Schon in Volksliedern des 17. Jh. finden sich Anspielungen auf den Coitus interruptus:
I.
Schönstes Kind, kann es sein,
laß mich bei dir ein,
Ich weiß es aber wohl,
Wie man es machen soll,
Daß man kein Kindgen
Kriegt, schönstes Lisgen.

Schönstes Kind, mache dir
Nur einen Flor dafür,
So bleibst du unverletzt,
Ich aber werd ergötzt
Durch dieses Stündchen,
Hier, schönstes Kindgen.

Nun, schönstes Kind, mach bloß
Die Brüste und die Schoß,
Zeig mir was die kleine Welt
Vor Anmut in sich hält,
Reich mir dein Mündgen,
O, schönstes Kindgen.

Schönstes Kind, zucke nicht,
S' ist ja sehr bald verricht,
Es braucht nur 3, 4 Stoß,
So geht das Pulver los
Aus dem erhitzten Flintgen,
Mein schönstes Kindgen.

 II.
Liebchen, ach, ich bin verliebt,
Hilf mir von dem Schmerzen
Und was sonsten mich betrübt
Durch ein süßes Herzen.

Führe mir die rechte Hand
Auf die vollen Brüste,
Daß ich stets und unverwandt
Zwischen ihnen niste.

Mit der Linken lasse mich
Deine Glieder ziehen,
Daß ich unverhindert dich
Kriege bei den Knieen.

Komme ich dir dann auf's Haar
Wird dich's nicht verdrießen,
Weil du dann auch eben dar
Wirst viel Lust genießen.

Liebgen, wie gefällt dir der,
Bistu mit zufrieden,
Greife mir nur immer her
Bistu wirst ermüden.

Nu, so fahr ich sicher ein,
Ist das nicht ein Leben! -
Lege doch dein rechtes Bein
Besser hier daneben.

Kreichstu nicht so tapfer zu,
Daß mir's nicht wird sauer?
Du bedarfst kein Küßgen nu
Und hilfst auf die Dauer.

Zwei vor einmal stech ich dich,
Weil du mir beliebest,
Und dein Schwämmchen artiglich
Zu ergründen giebest.

Leide darf dir garnicht sein
Ich will dich nicht baden.
Nicht ein Tröpflein laß ich ein
Das dir könnte schaden.

Ziehet das nicht tapfer an
Wie zwei nasse Hosen,
Keine hatt mir's angetan
Unter allen Losen.

Ei, so laß mich noch nicht ab,
Bis ich nicht kann schnüben
Halt doch, Liebgen, einen Trab
Muß ich noch verüben.

Nu, auf diesmal bin ich matt,
Und muß stille liegen,
Hastu aber noch nicht satt,
Solltu bald mehr kriegen.

Nur ein Weilchen will ich mich
Wiederum erquicken
Und mit ehstem wieder dich
Mit der Peitsche ficken.
 

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Zit. n. Eduard Fuchs, Illustrierte Sittengeschichte, München (1909),  Bd. 5, S. 88f. Zurück zum Kapitel Die Entdeckung der Scham