Kleines Lexikon der Sexualität
Abort
Unbeabsichtigte Beendigung einer Schwangerschaft, wenn der Embryo oder der Fötus nicht lebt und weniger als 37 cm Körperlänge misst. (Danach Früh- oder Totgeburt)
Abstinenz
(Lat. Enthaltsamkeit) Verzicht auf Genuss, insbesondere von Alkohol und Geschlechtsverkehr
Abtreibung
Die Beendigung einer Schwangerschaft war de facto bis ins 19. Jh. straffrei, danach wurde sie angeblich aus medizinischen, tatsächlich aber aus disziplinarischen Gründen je nach patriarchalisch-autoritärer Verfassung der jeweiligen Gesellschaft mit Gefängnis oder Hinrichtung bestraft oder (Indikationsregelung) eingeschränkt. Gebräuchliche Abtreibungsmittel waren das Mutterkorn (Claviceps purpurea; wirkt erst ab dem 5. Monat), die Gartenraute (Ruta graveolens), das Rainfarnöl (Tanacetum vulgare) und ein Extrakt des Sadebaums (Juniperus sabina). Springen, Fallen, Schläge oder Tritte in den Unterleib sind in der Regel unwirksam.
Chirurgische Abtreibungsmethoden:
Menstruationsregulierung: Absaugen der Uterusschleimhaut durch Unterdruck auch bei nur vermuteter Schwangerschaft. (In den USA üblich, in Deutschland nicht erlaubt)
Absaugemethode: Absaugen des Embryos und der Plazenta durch Unterdruck bei nachgewiesener Schwangerschaft (in Deutschland nur nach Rechtfertigung der Patientin und Beratung bis zum Ende des 3. Schwangerschaftsmonats erlaubt).
Kürettage: Abschaben des Embryos, der Plazenta und der Schleimhaut mit einem löffelähnlichen Instrument unter Narkose.
Hysterotomie: Entfernen des Fötus und der Plazenta durch einen Schnitt in den Unterleib (Gebärmutter)
AIDS
(Acquired Immuno-Deficiency Syndrome) Virusinfektion: erworbene Schwächung und Zerstörung der körpereigenen Abwehrkräfte gegen Krankheitserreger aller Art und gegen Krebszellen. Der Virus (in allen Körperflüssigkeiten nachgewiesen) wird durch die direkte Berührung von Körpersäften übertragen (Verletzungen). Besondere Ansteckungsgefahr besteht bei Analverkehr, da innerhalb des Schließmuskels des Anus so gut wie kein Gefühl vorhanden ist und Verletzungen daher unbemerkt stattfinden können.
Alkalische Reaktion
Sie wird durch Hydroxyl-Ionen hervorgerufen (insbesondere des Natriums und Kaliums), die laugenähnliche Lösung wirkt ätzend.
Analverkehr
(Lat. Anus = Darmausgang) Bei den meisten Menschen ist der Anus eine sehr sensible erogene Zone. Da er keine Gleitflüssigkeit entwickelt, sind beim Eindringen in den Anus vorsichtige Bewegungen bis zur völligen Entspannung des Schließmuskels notwendig. Da innerhalb des Schließmuskels so gut wie kein Gefühl gespürt wird, können unbemerkt Verletzungen auftreten. Auch ein Wechsel von Anal- zu Vaginalverkehr ohne gründliches Waschen birgt eine hohe Infektionsgefahr.
Androgene
Die männlichen Keimdrüsenhormone (u. a. Testosteron) verursachen die Geschlechtsreife des Mannes (erste Ejakulation, Stimmbruch als Folge des Kehlkopfwachstums). Die Höhe der Hormonwerte im Blut  bleibt vom Abschluss der Pubertät bis um das 60. Lebensjahr nahezu gleich. Im deutlich geringeren Maße produziert auch der weibliche Körper Androgene, im Unterschied zum Mann bis ins hohe Alter. Man vermutet, dass diese gleichbleibende Androgenzufuhr das sexuelle Interesse von Frauen über die Menopause hinaus stimuliert.
Anilinctus
(Lat. Anus = Darmausgang, Lat. linguere = lecken) Das Lecken des Anus, einer sehr sensiblen erogenen Zone, kann - anders als beim Cunnilinctus - zur Übertragung von Infektionskrankheiten führen.
Aphrodisiaka
Luststeigernde Reizmittel, Glaubenssache. Eine tatsächlich stimulierende Wirkung ist nur nachgewiesen bei Yohimbim, einem Extrakt aus der Yohimbe-Wurzel, heute synthetisch herstellbar.
Apotropäische Prostitution
(Gr. apotropäon = was abwendet) Prostitution als magisches Abwehrmittel gegen befürchtetes Unheil
Askese
(Griech. askesis = Übung) Ursprünglich die zuchtvolle Selbstdisziplin bei Athleten, in allen Religionen eine geistig-körperliche Übung zur Gewinnung von Visionen und zum Erkennen von Glaubenswahrheiten. Die Askese soll (z. B. durch Fasten) den Christen vor der Überwältigung durch seine Triebe schützen
Autoerotik
Der geschlechtliche Umgang mit sich selbst
Basaltemperaturmethode
Da vor jedem Eisprung ein geringfügiges Absinken der Körpertemperatur erfolgt (mit anschließendem Temperaturanstieg), kann mittels regelmäßiger Temperaturmessungen der Zeitpunkt der Ovulation annähernd geschätzt und durch den Verzicht auf Geschlechtsverkehr einige Tage vor und zwei Tage nach dem Eisprung eine Schwangerschaft vermieden werden.
Basisch
Alle chemischen Verbindungen, die mit Säuren Salze bilden.
Beischlaf
Vor allem juristisch gebrauchter Begriff für Geschlechtsverkehr.
Befruchtung
Die Vereinigung einer weiblichen mit einer männlichen Geschlechtszelle durch das Eindringen einer Samenzelle (Spermium) in eine Eizelle und die Verschmelzung ihrer Zellkerne. Damit ein Ei nicht ein zweites mal befruchtet werden kann, umgibt es sich unmittelbar nach dem Eindringen des Samenkopfes mit einer Schutzhülle.
Beschneidung
Das Abschneiden oder Einschneiden der Vorhaut des Penis bzw. die Entfernung der Klitoris oder der kleinen Schamlippen. Die Entstehung dieses vor allem bei den Juden (auch Christus war beschnitten) und islamischen Völkern üblichen Brauchs ist nicht aus hygienischen Gründen erklärbar. Griechen und Römer praktizierten die Beschneidung nicht, da sie die Vorhaut als Zierde betrachteten. In Griechenland war es sogar üblich, die Vorhaut durch regelmäßiges Ziehen zu verlängern.
Gegenwärtig werden in den USA ca. 60% aller männlichen Säuglinge oft ohne Anästhesie beschnitten, wobei jede 500., manche meinen sogar jede 50. Beschneidung zu Komplikationen führt. (In Großbritannien, wo seit dem 2. Weltkrieg eine Beschneidung von der Nationalen Krankenversicherung nicht mehr bezahlt wird, ging der Anteil beschnittener männlicher Säuglinge auf 1% zurück.) Als Gründe für die Beschneidung werden medizinisch längst widerlegte Vorurteile angeführt: Sie helfe gegen Masturbation, Epilepsie, Geschlechtskrankheiten, Krebs.
Bidet
Sitzbecken für Waschungen und Spülungen der Geschlechtsteile und des Anus, bereits in der Antike gebräuchlich: Die Bereitstellung einer Art Bidet für Vaginalspülungen vor und nach dem Koitus wird in griechischen Eheverträgen erwähnt. Deutsche Auslandstouristen verwechseln manchmal noch heute das Bidet mit dem Pissoir.
Bisexualität
Die Fähigkeit zu und Lust auf erotisch-sexuelle Beziehungen zu Partnern beiderlei Geschlechts. Echte Bisexualität (oft ist sie nur eine Schutzbehauptung homosexueller Männer) scheint bei Frauen häufiger als bei Männern; infolge einer maternistischen Entwicklung (Angleichung von Kleidung und Verhalten, Schwächung des Über-Ichs) sollte sie zunehmen.
Bordell
Urspr. schlecht gebautes Bretterhaus, Schlupfbude, dann: Haus, in dem mehrere Prostituierte ihre Dienste anbieten.
Bulbourethraldrüsen
Zwei erbsengroße Drüsen, die bei sexueller Erregung eine klare Flüssigkeit in die Harnröhre absondern, die in kleinsten Mengen oft schon vor der Ejakulation austritt.
Candidose
Das vermehrte Wachstum eines Hefepilzes in der Scheide verursacht Juckreiz, Brennen, einen weißlichen Ausfluss und häufig eine trockene Scheide. Durch lokal angewandte Medikamente heilbar.
Cerebellum
Das Kleinhirn, ein sehr selbständiges Hirnteil, das mit allen Empfangsstationen und ausführenden Organen verbunden ist, steuert das Gleichgewicht.
Contergan
Das Schlafmittel kam 1957 auf den deutschen Markt und wurde von über einer Million Bundesbürger eingenommen. Seit 1960 warnten unabhängige Mediziner vor diesem Mittel, aber erst am 26.11.1962 wurde es verboten. Contergan verursachte 1000 tote und 6000 missgebildete Kinder.
Cyberspacesex
Sex in einer computergeschaffenen Scheinwirklichkeit, in der Sehhilfen und Sensoren eine Interaktivität mit Partnern vorgaukelt, Narzissmus auf höchstem technologischen Niveau: Die Partner treffen im Internet aufeinander, legen einen Cyber-Sex-Anzug an, eine Gummihaut mit Vibratoren und elektronischen Kontakten, die an einem Computer angeschlossen sind. Mit der Maus können Körperteile einer Bildschirmfigur gestreichelt werden, der Partner am anderen Ende der Leitung empfindet dies als sanfte Vibration am eigenen Körper.
Dirne
In der ländlichen Umgangssprache noch häufige Bezeichnung für Mädchen, Magd. Im Althochdeutschen war "Dirne" eine rein biologische Bezeichnung, erst seit dem 15. Jh. mit moralisch abwertender Bedeutung behaftet, in der Schriftsprache nur noch für Prostituierte gebräuchlich.
Dispens
Befreiung von einer Verpflichtung, Ausnahmebewilligung
Dogma
Glaubenssatz, dessen Verkündung für Katholiken eine Glaubenspflicht begründet.
Eileiter
Weg für die Eizelle von den Eierstöcken in die Gebärmutter und für den Samen zur Eizelle (eine Befruchtung findet meist im oberen Teil des Eileiters statt). Unzählige haarähnliche Fortsätze im Inneren des Eileiters bewegen zusammen mit den Muskelkontraktionen der Eileiterwände das Ei in die Gebärmutter.
Eierstock
Ovarium. Weibliches Geschlechtsorgan, in dem sich die Eizellen bilden und lagern. Eine gesunde geschlechtsreife Frau besitzt zwei Eierstöcke in Form und Größe einer Mandel. Noch unentwickelt sind bereits in den beiden Eierstöcken eines neugeborenen Mädchens rund 400 000 Eibläschen vorhanden. Davon sind zum Beginn der Pubertät noch ca. 30 000 übrig, von denen nach Erreichen der Geschlechtsreife nur 12 - 13 jährlich voll ausgebildet werden, alle anderen verfallen.
Die von den Eierstöcken abgesonderten Hormone bewirken die Menstruation (Ausstoßung des unbefruchteten Eis) bzw. die Einbettung des befruchteten Eis in die Gebärmutterschleimhaut.
Eizelle
Die in den Eierstöcken gebildete Eizelle ist mit 0,15 mm Durchmesser die größte Zelle des menschlichen Körpers, ihr Volumen ist 85 000 mal größer als das einer Samenzelle. Da die Eizelle nur das weibliche X-Chromosom enthält, wird das Geschlecht durch die Samenzelle bestimmt.
Ejakulat
Es enthält in der Regel 200 - 500 Millionen Samenzellen, die in einer zähen, grau-weißen Samenflüssigkeit schwimmen und eine Lebensdauer von 4-5 Tagen haben. Der Nährwert eines Ejakulats liegt bei 5 Kalorien, es kann unbedenklich wie Milch geschluckt werden.
Ejakulation
Durch unwillkürliche Muskelkontraktionen verengt sich der Durchmesser des Samenleiters und treibt dabei die Samenflüssigkeit mit den Spermien hinaus.
Embryo
Der menschliche Organismus bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche.
Empfängnis
Aus der Vereinigung von männlichen und weiblichen Geschlechtszellen entsteht eine neue Zelle, die Zygote, die sich in mehreren Schritten zu einem hohlen Zellenball teilt, der Blastozyste, die sich schließlich in der Innenwand der Gebärmutter einnistet.
Empfängnisverhütung
1) Verhinderung des Reifens und Freisetzens einer Eizelle in den Ovarien: s. ovulationshemmende Pille
2) Verzicht auf Koitus bei vorhandener reifer Eizelle: s. Rhythmusmethode, Kalendermethode
3) Fernhalten der Spermien von der Vagina: s. Koitus interruptus, Präservativ
4) Abschneiden des Weges lebensfähiger Spermien in die Gebärmutter: s. Spermizide, Pessar, Diaphragma
5) Verhinderung der Implantation einer befruchteten Eizelle: s. Intrauterinpessar, Pille danach
6) Sperrung des Weges einer Eizelle durch den Eileiter: s. Tubenligatur
7) Verhinderung, dass Ejakulat Samenzellen enthält: Vasektomie
Endorphine
Eine Reihe von Peptiden, also aus Aminosäuren aufgebaute und durch Peptidbildung verknüpfte lineare Moleküle, die im Gehirn gebildet werden und eine opiatähnliche Wirkung haben.
Entjungferung
Das Zerstören des Hymens (Jungfernhäutchens), ein häufiger Sportunfall, für Männer die scheinbare Gewissheit, mit einer Frau zu verkehren, die noch keinen vaginalen Geschlechtsverkehr hatte und daher noch nicht schwanger ist.
Epidermis
Die oberste Schicht  der tierischen und menschlichen Haut.
Erektion
(Lat. erigere = aufrichten) Das Aufrichten und Anschwellen des Penis bzw. der Klitoris durch Blutzufuhr in deren Schwellkörper. Die Erektion ist ein Reflex, der durch Berührung (da viele der einer Erektion zugrunde liegenden neuronalen Schaltkreise sich nicht im Gehirn, sondern im Rückenmark befinden, funktioniert dies auch bei Querschnittsgelähmten) und/oder durch Vorstellung, Wahrnehmung ausgelöst wird. Beim Mann währt der Geschlechtstrieb häufig länger als die Fähigkeit zur Erektion.
Erogene Zone
(Griech. eros = Liebe, -genes = entstehen lassend) Körperzonen mit besonders vielen Nervenendigungen: beim Mann die Eichel, bei der Frau die Klitoris und die kleinen Schamlippen, bei beiden Geschlechtern der Anus, das Gesäß, die Innenfläche der Oberschenkel, Brüste, Nacken, Mund, Ohren.
Eros
Liebesgott der Griechen, galt den einen als ältester, anderen als jüngster und allen als schönster Gott. Nur Platon mochte ihn nicht, hielt ihn für einen Dämon.
Erotophonie
Lustgewinn durch das Führen unerbetener obszöner Telefongespräche.
Eugenik
Erbgesundheitslehre. Ende des 19. Jh. vom Briten F. Galton begründet wurde die Eugenik zu der Zeitgeistwissenschaft, bis sie ihre konsequente Anwendung durch die Nationalsozialisten hoffentlich endgültig diskreditierte.
Exhibitionismus
Das Entblößen der eigenen Geschlechtsteile gegenüber einem nichtsahnenden Fremden, wobei der Lustgewinn aus dessen Erschrecken kommt. § 183 StGB nimmt Frauen von der Strafandrohung aus.
Feigwarzen
Warzen an den Geschlechtsorganen, deren näherem Umfeld oder am Anus. Die Virusinfektion ist einfach und erfolgreich zu behandeln.
Fellator
Mann, der an einem Penis saugt, ihn leckt.
Fellatrix
Frau, die an einem Penis saugt, ihn leckt.
Fetischismus
Sexueller Lustgewinn durch leblose Objekte, bei Frauen sehr selten.
Fernsehvoyeurismus
Der Fernsehapparat als Guck- und Schlüssellochersatz u.a. zur sexuellen Erregung und masturbatorischen Befriedigung genutzt.
Fötus
(Lat. fetus = Nachkomme) Der menschliche Organismus vom vierten Monat bis zur Geburt.
Follikel
Erbsengroße Bläschen in der Rinde des Eierstocks, gefüllt mit einer klaren Flüssigkeit. Ca. alle vier Wochen (zwischen zwei Menstruationen) platzt an der Oberfläche ein Follikel und gibt ein Ei frei. Der entleerte Follikel saugt sich mit Blut voll und entwickelt sich zu einer Hormondrüse. Bei einer Befruchtung des Eis bleibt sie während der ganzen Schwangerschaft erhalten, andernfalls zerfällt sie bei der nächsten Menstruation zu einer weißlichen Narbe.
Freier
Ursprünglich Brautwerber, heute Kunde einer Prostituierten.
Frigidität
Sozial vermittelte Unfähigkeit der Frau, Wollust, besonders den Orgasmus zu erleben, als pauschalisierender Begriff lange für fast alle sexuellen Störungen der Frau benutzt.
Frotheurismus
Berühren und Sich-Reiben an Personen, die dem nicht zugestimmt haben; die illegale Variante des Kuschelsex.
Fut
Bis ins 16. Jh. gebräuchliche und moralisch unbelastete Bezeichnung für das weibliche Geschlechtsorgan, seit dem 14. Jh. auch für eine Frau allgemein. Seine ordinäre, verächtliche Bedeutung erhielt der Begriff erst in der Neuzeit, wobei er zunehmend durch das Schimpfwort "Fotze" ersetzt wurde.
Gebärmutter
(Griech. Hystera, lat. uterus). Die Gebärmutter nimmt die durch die Eileiter kommenden befruchteten Eier auf, versorgt sie in der embryonalen Entwicklung und stößt die reife Frucht bei der Geburt aus. Das muskuläre, ca. 7 cm lange Organ liegt in der Mitte des Unterleibs, sein unterer Teil reicht in das Innere der Vagina hinein. Durch diese kleine Öffnung (Muttermund) können in einer kurzen Phase um den Eisprung herum Samenzellen aus der Scheide in die Gebärmutter gelangen, ansonsten ist die Öffnung durch einen zähen Schleimpfropfen verschlossen.
Genitalien
(Lat. genitalia = Zeugungsorgan) Unzulänglicher Begriff für die Geschlechtsorgane, der die Zeugungsfunktion betont und die Lustfunktion unterschlägt.
Genitalkanäle
Paarweise angelegte Kanäle, die Spermien transportieren: Nebenhoden (ca. 6 m lang, zum Knäuel geformt). Auf ihren mehrwöchigen Weg entwickeln hier die Samenzellen die Fähigkeit, sich selbst fortzubewegen. Samenleiter: Das Ende dieses Ganges bildet eine Art Beutel (Ampullae), in dem die Samenzellen gespeichert werden. Noch sind sie relativ unbeweglich, erst die Bildung von Samenflüssigkeit macht sie mobil. Durch die Vorsteherdrüse gelangen sie in die Harnröhre, wobei Muskeln die gleichzeitige Ausscheidung von Harn und Samen verhindern.
Gerontophilie
Geschlechtlicher Umgang mit alten Menschen.
Geschlecht
1. Chromosomales Geschlecht
Jede Zelle des menschlichen Körpers hat 23 Paar Chromosomen, die bis auf ein Chromosomenpaar des Mannes gleichförmig sind. Dieses eine Paar besteht beim Mann aus einem (weiblichen) X- und dem singulären (männlichen) Y-Chromosom.
Nur die Eizellen der Frau und die Spermien des Mannes tragen einen halben Chromosomensatz in sich, so dass bei einer Befruchtung der Eizelle das auf jedem Fall (weibliche) X-Chromosom der Frau mit einem X- oder einem Y-Chromosom des Mannes ein neues Chromosomenpaar bildet, nur im letzten Fall entsteht mit sehr seltenen Ausnahmen ein chromosomal männliches Lebewesen.
Es hat den Anschein, als würden bei den Spermien die männlichen Y-Chromosomen überwiegen, zumindest beträgt das Geschlechtsverhältnis von Knaben zu Mädchen bei der Empfängnis ca. 130 zu 100. Offenbar aber sind männliche Föten weniger überlebensfähig, da sich bis zur Geburt das Verhältnis auf 106 zu 100 fast ausgleicht.
2. Gonadales Geschlecht
Der menschliche Embryo, der sich zunächst kaum von Embryonen anderer Säugetiere unterscheidet, ist in den ersten Wochen immer weiblich oder - wie sich viele Wissenschaftler lieber ausdrücken - ambisexuell. Ab der 6. Woche entwickeln sich beim männlichen Fötus die Hoden (männliche Gonaden), ab der 12. Woche beim weiblichen Fötus die Eierstöcke (weibliche Gonaden). Entfernt man jedoch diese künftigen Hoden bzw. Eierstöcke vor der Differenzierung, entwickelt sich der Embryo zu einem weiblichen Wesen, dem nur die Eierstöcke fehlen.
3. Hormonales Geschlecht
Die Hormone, die von den Hoden und Eierstöcken produziert werden, spielen im Embryonalstadium nur für das männliche Wesen eine Rolle. Androgene (die in viel geringerer Menge auch von weiblichen Körper produziert werden) maskulinisieren die ursprünglich weiblichen Fortpflanzungswege und bilden dabei die
4. Inneren Geschlechtsorgane.
Beim männlichen Embryo sind dies zunächst der Samenleiter und die Samenbläschen. Ein weiteres männliches Hormon lässt die Vorform der weiblichen inneren Geschlechtsorgane (Gebärmutter und Eileiter) verkümmern. Fehlen diese hormonellen Einflüsse, entstehen in jedem Fall weibliche Organe. Das weibliche Geschlecht ist daher das fundamentale, ursprüngliche. Ist ein vom Chromosomensatz her männlicher Fötus androgenresistent, findet keine vorgeburtliche Maskulinisierung statt, an Stelle des Penis entsteht eine Klitoris, an Stelle des Hodensacks Schamlippen. Nach der Geburt eines solchen Mädchens mit inneren Hoden statt Eierstöcken genügt die geringe männliche Produktion des weiblichen Hormons Östrogen für eine fast normale weibliche Pubertät, allein die Menstruation bleibt aus.
5. Äußere Geschlechtsorgane
Gegen Ende des 3. Schwangerschaftsmonats entwickeln sich beim männlichen Fötus durch Hormonsteuerung Penis und Hodensack. Die bereits im Unterleib existierenden Hoden wandern später in den Hodensack. Ohne hormonellen Einfluss entstehen die weiblichen äußeren Geschlechtsorgane, Klitoris, innere und äußere Schamlippen.
6. Zugewiesenes/anerzogenes Geschlecht
Zum Zeitpunkt der Geburt dürfte das psychische Geschlecht undifferenziert sein. Wie ein Kind jede nur denkbare Sprache erlernen kann, kann es jede nur mögliche Form menschlichen Sexualverhaltens und Rollenverständnisses annehmen. So berichten Money und Erhardt die Lebensgeschichte eineiiger Zwillinge. Dem einen wurde bei der Beschneidung versehentlich der Penis abgebrannt. Auf Anraten der Ärzte erzogen die Eltern den Jungen als Mädchen, steckten ihn mit 17 Monaten erstmals in Mädchenkleider, frisierten ihn wie ein Mädchen, gaben ihm einen Mädchennamen. Mit 21 Monaten wurde begonnen, seine Genitalien operativ umzuwandeln. Bald zeigte sich, dass dieser umdefinierte Junge braver und ordentlicher war als sein Zwillingsbruder. (Spätere Berichte lassen allerdings vermuten, dass das Kind die weibliche Geschlechtsidentität nur partiell angenommen hat.)
Es gibt wohl kein geschlechtskonformes, nur ein rollenkonformes Verhalten, das auch von fortschrittlichen Eltern gegen ihre bewusste Erziehungsideologie vermittelt wird: Mütter stillen männliche Säuglinge pro Tag länger, stimulieren sie mehr durch Berührung und Bilder (aufmerksam machen), wogegen sie weibliche Babys häufiger imitieren. Jungen werden häufiger an der Brust gestillt als Mädchen und müssen ihre Milch weniger schnell trinken, Mädchen werden früher entwöhnt: "Schon die Mutter akzeptiert in ihrem Neugeborenen den Mann und gesteht ihm seinen eigenen Willen zu, bricht jedoch diesen eigenen Willen beim Mädchen." (Ursula Scheuch)
Unzählige weitere Klassifizierungsbeispiele (akustische/optische Stimulation, längere/kürzere Schlafenszeiten, gründliche/lässige Sauberkeitserziehung, rosa/blaue Kleidung, Mädchen- und Jungenspielzeug) machen erst aus Kindern Mädchen und Jungen. Wenn vierjährige Mädchen zweiteilige Badeanzüge tragen, ist dies genauso wenig natürlich wie vierjährige Jungen, die ihr Weinen unterdrücken, weil ein Indianer angeblich keinen Schmerz kennt.
7. Geschlechtliche Selbstidentifizierung
Bis zum Alter von vier Jahren haben Kinder die ihnen zugewiesene Geschlechterrolle in der Regel so weit verinnerlicht, dass sie sich selbst unwiderruflich als männlich oder weiblich identifizieren, auch wenn sie - weil es für sie weniger wichtig ist als Freud meinte - männliche und weibliche Geschlechtsorgane noch verwechseln. Manche Wissenschaftler vermuten sogar, die Geschlechtsidentität könne während der ganzen Kindheit flexibel bleiben und würde erst durch Hormonschübe in der Pubertät unwiderruflich festgelegt.
Geschlechtskrankheiten
- Gonorrhoe (Tripper)
- Syphilis
- Candidose
- Trichomoniasis
- Feigwarzen
- Herpes simplex
Geschlechtsorgane männlich
Äußere Geschlechtsorgane: - Penis
                                           - Hodensack
Innere Geschlechtsorgane:  - Hoden
                                           - Genitalkanäle
                                           - Samenblasen
                                           - Vorsteherdrüse (Prostata)
                                           - Bulbourethraldrüsen
Geschlechtsorgane weiblich
Äußere Geschlechtsorgane: - Venushügel (Mons Veneris)
                                          - Große Schamlippen (Labia maiora)
                                          - Kleine Schamlippen ( Labia minora)
                                          - Kitzler (Klitoris)
                                          - Scheideneingang
Innere Geschlechtsorgane   - Eierstöcke (Ovarien)
                                          - Eileiter
                                          - Gebärmutter (Uterus)
                                          - Scheide (Vagina)
Geschlechtsverkehr
Ob ein Geschlechtsverkehr manuell, oral, genital oder anal ausgeführt wird, die körperlichen Vorgänge sind gleich. Der Geschlechtsverkehr eines heterosexuellen Paares wird daher nur als häufigste Form partnerschaftlichen Verkehrs beschrieben, nicht als Norm. Auch gibt es keine "natürlichen" Bewegungen beim Geschlechtsverkehr, nur erlernte Reaktionen. Der Koitusstellung kommt daher keine normative, nur eine beispielhafte Bedeutung zu.
Mann:
Berührungen, Anblicke, Phantasien, Erinnerungen, Gerüche oder Töne können einen Mann sexuell erregen, wenn mit ihnen angenehme Erfahrungen assoziiert werden und die hormonellen sowie sozio-kulturellen Bedingungen seinen Erfahrungen entsprechen. Nur die direkte Berührung erogener Zonen kann - sogar bei Querschnittsgelähmten - auch unabhängig von diesen Bedingungen eine sexuelle Erregung hervorrufen. Der Ablauf sexueller Reaktionen unterscheidet sich kaum von dem Ablauf bei einer Frau.
Im Anfangsstadium kann die sexuelle Erregung durch äußere Einflüsse gestört werden, aber da beim Mann die Stimulierung nicht kontinuierlich erfolgen muss, ist ein Erregungszustand jederzeit wieder hervorrufbar. Allmählich schwinden Selbstkontrolle und Hemmungen. Durch das Anfüllen seiner drei Schwellkörper mit Blut eregiert der Penis, die Muskulatur des Hodensacks zieht sich zusammen, die Hoden werden durch Muskeln der Samenstränge aufwärts zur Bauchhöhle gezogen. Mit der Erregung steigt die Muskelspannung, Pulsfrequenz und Blutdruck erhöhen sich (ohne jemals gesundheitskritische Werte zu erreichen), eventuell rötet sich die Haut. Ablenkungen verlieren an Wirksamkeit, die Atmung wird schneller. Der Penis verändert sich kaum. Die intensivste Stimulierung erlebt der Mann an der Eichel durch direkte Berührung oder indirekt durch das Vor- und Zurückziehen der Vorhaut. Die Hoden werden dicker und noch mehr an den Unterleib herangezogen. Ein paar Tropfen klarer (gelegentlich bereits samenhaltiger) Flüssigkeit treten aus der Harnröhre aus. Die Spermien in ihrer Samenflüssigkeit sammeln sich in Samenbläschen und Ampullen. Mit Beginn des Orgasmus wird die Samenflüssigkeit in den Harnleiter und den nahe der Peniswurzel befindlichen Bulbus urethrae gedrückt, der sich um das Doppelte vergrößert. Rhythmische, unwillkürliche Kontraktionen der Genitalgänge und dazugehörigen Organe (Samenleiter, Samenblase, Prostata), der Urethra sowie der Muskeln an der Peniswurzel und im Penis selbst leiten den Orgasmus ein. Die ersten drei oder vier Kontraktionen erfolgen in Abständen von 4/5 Sekunden, danach schwächer werdend in längeren Abständen. Die Kontraktionen schleudern den Samen durch die Harnröhre heraus, dies ist das deutlichste, wenn auch nicht notwendige Zeichen für einen Orgasmus. (Bis zum Erreichen der Geschlechtsreife z.B. orgasmen Jungen ohne Ejakulation.) Die Schließmuskel der Harnröhre und des Anus kontrahieren im gleichen Rhythmus wie die Geschlechtsorgane. Es kommt zu einer starken Muskelanspannung, noch einmal steigen Blutdruck und Pulsfrequenz, bis ein plötzliches krampfartiges Nachlassen der Anspannung (das eigentliche Zeichen eines Orgasmus) die Erregungssteigerung beendet.
Die Rückkehr zum nichterregten Zustand vollzieht sich proportional zur Dauer der Erregungsphase. Unmittelbar nach der Ejakulation lässt die Erektion des Penis ein wenig nach, aber er bleibt relativ steif und um die Hälfte größer als im Ruhezustand. Die Resterektion klingt nur langsam, durch Störungen allerdings beschleunigt ab. Unmittelbar nach dem Orgasmus tritt eine Phase sexueller Reizunempfindlichkeit ein, die bei Jungen nur sehr kurz dauert.
Frau
Berührungen, Anblicke, Phantasien, Erinnerungen, Gerüche oder Töne können eine Frau sexuell erregen, wenn mit ihnen angenehme Erfahrungen assoziiert werden und die hormonellen sowie sozio-kulturellen Bedingungen ihren Erfahrungen entsprechen. Nur die direkte Berührung erogener Zonen kann - z.B. bei einer Querschnittsgelähmten - auch unabhängig von diesen Bedingungen eine sexuelle Erregung hervorrufen. Der Ablauf sexueller Reaktionen unterscheidet sich kaum von dem Ablauf bei einem Mann.
Im Anfangsstadium kann die sexuelle Erregung leichter gestört werden als beim Mann, auch muss die Stimulierung kontinuierlich erfolgen. Viele Frauen beklagen eine zu kurze Stimulierung. Frauen erreichen den Höhepunkt langsamer, weil wegen des ausgedehnten Venennetzes eine weitaus größere Menge Blut in die Zellzwischengewebe gepumpt werden muss.
Etwa 10 - 20 Sekunden nach dem Beginn einer sexuellen Erregung wird die Vagina durch eine klare, von der Scheidenwand abgesonderte Flüssigkeit feucht. Diese Flüssigkeit, deren Menge nicht von der Stärke, nur der Dauer der Stimulierung abhängt, verteilt sich als Feuchtigkeitsfilm über die Scheidenoberfläche. Die inneren zwei Drittel der Vagina beginnen sich leicht aufzublähen, die Farbe der Scheide wechselt von hell- zu dunkelrot. Bei einer Frau, die noch nicht geboren hat, flachen sich die großen Schamlippen ab und legen so die Scheidenöffnung frei. Bei einer Frau, die bereits geboren hat, schwellen die ohnehin größeren Schamlippen noch mehr an und legen so die Scheidenöffnung frei. Unabhängig von Geburtserfahrungen schwellen die kleinen Schamlippen auf das zwei- bis dreifache ihrer Größe an, röten sich, verlängern das Vaginalrohr und bilden eine Art Trichter, der den Penis in die Scheidenöffnung leiten kann. Bei ca. der Hälfte aller Frauen wächst die Klitoris proportional zur Zunahme der kleinen Schamlippen durch das Füllen der Schwellkörper mit Blut an, wenn die Monsgegend unmittelbar gereizt wird. Bei allen Frauen vergrößert sich der Schaftdurchmesser. (Ohne Orgasmus hält dieser Blutstau in der Klitoris mehrere Stunden an.) Der Uterus schwillt an, zieht sich in den Unterleib zurück und verlängert dadurch die Vagina. Die Brustwarzen eregieren, die Brustwarzenhöfe und die Brüste werden bis um ein Viertel größer. Mit der Erregung steigt die Muskelspannung, Pulsfrequenz und Blutdruck erhöhen sich (ohne jemals gesundheitskritische Werte zu erreichen), eventuell rötet sich die Haut. Ablenkungen verlieren an Wirksamkeit, die Atmung wird schneller. Durch Auffüllen mit Blut verengt sich die Wand des äußeren Vaginadrittels zur "orgastischen Manschette", die kleinen Schamlippen intensivieren ihre rote Färbung. Die Klitoris zieht sich unter ihre Vorhaut zurück. Während des Koitus wird die Klitoris nicht durch einen direkten Kontakt mit dem Penis stimuliert, sondern durch die Reibung an ihrer eigenen Vorhaut, die - stellungsunabhängig - von Penisstößen nach unten gezogen wird und beim Zurückziehen des Penis jeweils in ihre Normallage zurückkehrt. (Der von Freud und seinen Schülern geforderte Vaginalorgasmus ist also nur in indirekter Klitorisorgasmus.) Auch beim Reiben der Monsgegend wird die Vorhaut rhythmisch über die Glans vor und zurückgezogen. Eventuell tritt etwas Flüssigkeit aus der Bartholin-Drüse aus. Der Uterus wird noch mehr in den Unterleib hineingezogen und größer. Rhythmische Kontraktionen im vorderen Drittel der Vagina und ein Zusammenziehen des Uterus leiten den Orgasmus ein, eventuell begleitet von den Austritt eines Sekrets aus den urethralen Drüsen. Die ersten drei oder vier Kontraktionen erfolgen in Abständen von 4/5 Sekunden, danach schwächer werdend in längeren Abständen. Stoßbewegungen des Penis erzeugen eine weitere klitoridale Stimulierung während des Orgasmus, umgekehrt hört der Orgasmus sofort auf, wenn die Stimulierung aufhört. Die Kontraktionen des Uterus und des Afterschließmuskels werden bei der Masturbation oft stärker empfunden als beim Koitus. In jeden Fall kommt es zu einer starken Muskelanspannung, noch einmal steigen Blutdruck und Pulsfrequenz, bis ein plötzliches krampfartiges Nachlassen der Anspannung die Erregungssteigerung beendet. Anders als im Kino verhält sich eine Frau, die nichts vorspielt, beim Orgasmus steif und verkrampft und ruhig. Der Orgasmus einer Frau ist variantenreicher als beim Mann (kurz/sanft - lang/heftig) und schneller wiederholbar. Je mehr Orgasmen sie erlebt, desto stärker werden sie.
Nach dem Orgasmus lässt der Blutstau im äußeren Drittel der Scheide rasch nach, die großen und kleinen Schamlippen kehren zur ursprünglichen Form zurück (ohne Orgasmus bzw. bei Müttern kann diese Rückbildung allerdings mehrere Stunden dauern), die Klitoris tritt innerhalb von 5 - 10 Sekunden wieder unter ihrer Vorhaut hervor (bleibt aber noch für Minuten extrem empfindlich), der Uterus sinkt kleiner werdend in das kleine Becken zurück, nach 5 - 8 Minuten werden die hinteren zwei Drittel der Vagina wieder enger, wodurch der Muttermund in den Samenteich taucht, Brust und Brustwarzen kehren langsam in den Ruhezustand zurück. Die Reizunempfindlichkeit nach dem Orgasmus ist weniger ausgeprägt als beim Mann.
Die psychische Wirkung des Orgasmus beruht auf einer als angenehm empfundenen Lösung extremer Anspannung durch ein kurzes dem Über-Ich Entkommen.
Geschlechtsverkehr während der Menstruation
Der geschlechtliche Umgang mit einer menstruierenden Frau war in den meisten Kulturen zu fast allen Zeiten verboten, obwohl das Verbot medizinisch nicht begründet werden kann.
Glans
(Dt. Eichel). Das kegelförmige, von Gefäßen durchzogene, äußerst sensible vorderste Ende des Penis und der Klitoris.
Gonorrhoe
Der Tripper, die am weitesten verbreitete Geschlechtskrankheit, wird von Bakterien verursacht (Gonokokken), die sich auf den Schleimhäuten der Geschlechtsorgane, des Mund- und Rachenraumes und des Rectums vermehren. Symptome: Brennen beim Wasserlassen, Ausfluss, Halsschmerzen (nach Oralverkehr); Jucken, Brennen oder Bluten, gelblicher Ausfluss, Schmerzen am Anus (nach Analverkehr). Bei frühzeitiger ärztlicher Behandlung problemlos innerhalb weniger Tage heilbar.
Gräfenberg-Zone
1950 erstmals beschriebene sexuell reizempfindliche Stelle etwa in der Mitte der Vagina, die mit dem Finger durch die Vorderwand hindurch gefühlt werden kann. Kräftiges Reiben dieser Stelle ruft ein vorübergehendes Harndranggefühl hervor, das in ein sexuelles Lustgefühl übergeht. Das stimulierte Gebiet schwillt an bis zu einer eiförmigen Ausdehnung von ca. 1,5 x 2 cm. Bei der sexuellen Stimulierung dieser Zone wurde vielfach die Ejakulation einer Flüssigkeit (nicht Urin) aus der weiblichen Harnröhre beobachtet.
Gruppenehe
Eheform, in der mehrere Männer mit mehreren Frauen zusammenleben.
Harnröhre
(Gr. Urethra) Die männliche Harnröhre ist zugleich Weg für den Samen, die sehr kurze weibliche Harnröhre mündet in den Scheidenvorhof.
Hermaphroditismus
Das gleichzeitige Auftreten männlicher und weiblicher Geschlechtsmerkmale. Hermaphroditos, Sohn des Hermes und der Aphrodite, wies als prüder Jüngling die Liebe einer Nymphe zurück. Daraufhin umarmte ihn diese so leidenschaftlich, dass sie miteinander verschmolzen.
Herpes simplex
Viruserkrankung, bei der ein Virusstamm Haut und Mundschleimhaut, ein anderer vor allem die Geschlechtsorgane befällt. Genitale Herpes verursacht kleine, schmerzhafte Geschwüre an den Genitalien oder am Anus. Da auch nach dem Abheilen ein erneuter Befall möglich ist, sollte ein Arzt zur Behandlung dieser ungefährlichen, doch lästigen Krankheit herangezogen werden.
Hetäre
(Griech., Gefährtinnen, Freundinnen) Oft hochgebildete und auch politisch einflussreiche Gespielinnen wohlhabender Griechen. Berühmte Hetären waren Aspasia (die zweite Gattin des Perikles), Lais (die Freundin des Demosthenes), Thais (Geliebte Alexanders des Großen), Phryne (Geliebte des Praxiteles).
Hoden
Zwei ovale Körper von ca. 4cm Länge produzieren Samenzellen und Hormone. Die Produktion von Samenzellen geschieht (von der Pubertät bis zum Tod) in feinen Hodenkanälchen. Ihre innersten Zellen (Ursamenzelle) verdoppeln sich, die eine tritt an Stelle der alten Zelle, die andere wandert in die Mitte des Kanals. Diese Primärspermatozyten halbieren sich, so dass zwei neue Zellen mit nur mehr je 22 Chromosomen und einem X- oder einem Y-Chromosom entstehen. Beide Zellen verdoppeln sich, die vier Zellen (also zwei mit einem X-, zwei mit einem Y-Chromosom) werden Spermatiden genannt. Sie bilden lange Schwänze aus (Geißel) und werden zu reifen Samenzellen. Der Vorgang dauert insgesamt 64 Tage.
Die Hormonproduktion der Hoden bestimmt die Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale, für die sexuelle Aktivität Erwachsener spielt sie kaum eine Rolle.
Hodensack
Hauttasche für zwei Hoden und die dazugehörigen Samenwege, die im Samenstrang in die Bauchhöhle führen. Um eine gleichbleibende Temperatur für die Spermienbildung zu sichern, kann sich die Form der Haut und die Lage der Hoden (glatt, locker hängend/ faltig, nahe dem Körper) ändern. Obwohl beide Hoden ungefähr gleich groß sind, hängt der linke Hoden gewöhnlich etwas tiefer.
Homophil
Physische und psychische Zuneigung zu Partnern des eigenen Geschlechts.
Homosexualität
In ihrer Ausschließlichkeit relativ seltene Beschränkung sexueller Kontakte auf Partner des eigenen Geschlechts (Männer ca. 4%, Frauen ca. 2%); häufiger eine Vorliebe, für viele Jugendliche eine gelegentliche und normale Erfahrung. Da sowohl die Wahl eines Partners wie der Umgang mit dem eigenen Körper ausschließlich einem selbst etwas angeht, ist Homosexualität nur das Problem ihrer Verächter.
Homosexueller Geschlechtsverkehr
Gegenseitiges Masturbieren (fast jeder Junge hat damit homosexuelle Erfahrungen gemacht), Oralverkehr (Fellatio unter Männern, Cunnilinctus unter Frauen), Analverkehr (mit hoher Verletzungsgefahr).
Hormon
Der Begriff wurde konstruiert aus dem griechischen Wort hormao = ich treibe an, errege. Hormone sind Stoffe, die durch Drüsen in das Blut abgegeben werden und einzelne Organe gezielt in ihrer Tätigkeit beeinflussen.
Weibliche Geschlechtshormone: Follikelhormon Östron, Östriol, Östradiol. Sie bereiten die Schleimhaut der Gebärmutter durch Dickenwachstum vor, Progesteron bereitet die Gebärmutter für die Eiaufnahme nach der Befruchtung vor.
Männliche Geschlechtshormone (Androgene): Das Hormon Testosteron steuert die schrittweise Umwandlung des in seiner Anlage weiblichen Körpers zu Männlichkeit. Bei Affenweibchen und wohl auch Frauen regen Androgene die Kopulationslust vor dem Eisprung an.
Hypothalamus
Unterabschnitt des Zwischenhirns
Immissio penis
Eindringen des Penis in die Vagina
Impotenz
(Lat. impotens = machtlos). a) Die seelisch oder körperlich bedingte Unfähigkeit des Mannes, den Geschlechtsverkehr auszuführen. Ein probates orientalisches Mittel, eine zeitweilige Erektionsfähigkeit zu beheben, ist die Analvioline. Man befestigt an einer Elfenbeinkugel eine Darmsaite und führt die Kugel in den Anus ein. Eine zweite Person spannt die Saite und streicht sie mit einem Geigenbogen, wodurch die Kugel in lustfördernde Vibration gerät.
b) Die Unfruchtbarkeit des Mannes.
Index
In der Katholischen Kirche seit 1559 das Verzeichnis der verbotenen Bücher.
Indikationsregel
In Deutschland darf eine Schwangerschaft nur aus zwingenden sozialen, medizinischen oder kriminologischen Gründen (Indikationen) unterbrochen werden.
Infibulation
Operation zur Verhinderung des Geschlechtsverkehrs durch das Verschließen der männlichen Vorhaut oder der kleinen Schamlippen mit Draht oder einem eingezogenen Ring.
Inquisition
In der Katholischen Kirche Institution zur Verfolgung und Bestrafung ketzerischer oder irrgläubiger Katholiken, eingerichtet 1184, seit 1252 mit dem Recht zur Folter ausgestattet. Das letzte Todesurteil der Inquisition wurde 1781 in Spanien vollstreckt.
Intrauterinpessar
In die Gebärmutter gelegter Gegenstand aus Metall oder Plastik, der aus noch nicht geklärten Gründen das Einnisten eines befruchteten Eis in die Uterusschleimhaut verhindert. Intrauterinpessare (Spiralen) können ohne Unterbrechung jahrelang getragen werden und gelten als recht zuverlässig.
Inzest
Das Verbot jedes geschlechtlichen Umgangs mit Verwandten ist eine der ältesten Kulturleistungen der Menschheit. Eine biologische Begründung scheint unsinnig, schließlich stammt die Menschheit aus einem Inzest; Verwandtschaftsehen z. B. in Ägypten führen nicht zu vermehrter Degeneration. Die griechischen Götter waren oft mit einer Schwester verheiratet (Zeus mit Hera), und in der Antike wurde das Inzestverbot gelegentlich aus ökonomischen Gründen durchbrochen, um ein Erbe ungeteilt erhalten zu können. Der Sinn des Inzestverbotes dürfte im Zwang liegen, den eigenen Clan verlassen zu müssen und so die Beziehungen zu erweitern, statt in die isolierte Selbstgenügsamkeit zu verfallen.
Jakobiner
Mitglieder des wichtigsten politischen Klubs der französischen Revolution. Die Jakobiner radikalisierten sich im Sommer 1791 und übten bis 1794 eine diktatorische Herrschaft aus.
Jungfernhäutchen
Als Beweis der Jungfräulichkeit ist das Jungfernhäutchen (der Hymen) sehr unzuverlässig: Für gewöhnlich hat es so dehnbare Löcher, dass ein Finger oder Penis eingeführt werden kann, ohne es zu zerreißen. Manche Frauen besaßen überhaupt kein Hymen.
Der Zweck des Jungfernhäutchens ist unbekannt, Moralapostel schätzen den Schmerz beim Zerreißen, weil er Jungfrauen vor einer zu schnellen Hingabe bewahren könne.
Jungfrau
Ihr Status ist abhängig von einem intakten Hymen. Jungfräulichkeit bietet dem Mann die größtmögliche Gewissheit, dass er sich sexuelle keinem Vergleich aussetzt und Vater eines aus der Vereinigung entstehenden Kindes ist. Kinsey: "Das Gebot, dass die Frau bei ihrer Eheschließung Jungfrau sein musste, entsprach der Forderung, dass Vieh oder andere Waren, die der Mann kaufte, vollkommen sein sollten, nach den Maßstäben der Kultur, in der er lebte." (In Afrika und weltweit unter Bauern wird die Jungfräulichkeit allerdings weit weniger hoch geschätzt als die Fruchtbarkeit einer Frau.) Da es bei der Jungfernschaft vor allem um die Ausschließung des vaginalen Geschlechtsverkehrs geht, werden alle anderen, auch orgasmusfähigen Arten geschlechtlichen Umgangs stillschweigend toleriert. Nur die französische Sprache kennt eine eigene Bezeichnung für die sexuell erfahrene Jungfrau, die demi-vierge (Halbjungfrau).
Kalendermethode (Knaus-Ogino)
Nach mindestens achtmonatigem Beobachten und Notieren des Menstruationszyklus kann eine Frau ihre fruchtbaren Tage annähernd berechnen. Vom kürzesten gemessenen Zyklus (Beginn einer Menstruation bis zum Beginn der nächsten) müssen 18 Tage abgezogen werden, um den ersten unsicheren Tag, vom längsten Zyklus elf Tage, um den letzten unsicheren Tag zu bestimmen. (Z. B.: Kürzester Zyklus = 26 Tage, längster = 30 Tage, unsicher vom 8. bis zum 19. Tag des aktuellen Zyklus)
Kastration
Das Ausschalten der Keimdrüsen (Hoden, Eierstöcke) im Unterschied zur Sterilisation, bei der nicht die Hormonproduktion, nur die Ausführungsgänge der Geschlechtsdrüsen unterbrochen werden. Wird eine Kastration beim Mann vor der Pubertät ausgeführt, bleiben sämtliche männliche Geschlechtsmerkmal aus. Kastration bei Frauen verändert weniger die Persönlichkeit, bringt nur die Tätigkeit der Eierstöcke zum Erliegen.
Kastratenrolle
Da eine vorpubertäre Kastration auch die Kehlkopfentwicklung bei Männern verhindert, bleibt die Alt-Sopranlage der Knabenstimme erhalten. Vom 16. bis  ins 19. Jh. in der Oper, bis ins 20. Jh. im Kirchenchor waren Kastraten gesuchte Sänger, für die besondere Rollen geschrieben und komponiert wurden, u. a. noch von Mozart.
Kastrierende Scheide
Die männliche Wahnvorstellung einer mit Zähnen ausgestatteten Vagina, die den eingedrungenen Penis (ab)beißen könnte.
Keuschheitsgürtel
Abschließbare Vorrichtung aus Leder oder Metall, die Ausscheidungen ermöglicht, aber das Einführen eines Penis in die Vagina verhindert. Die ältesten Hinweise auf einen Keuschheitsgürtel finden sich in der griechischen Mythologie, das jüngste Patent in Deutschland wurde 1903 Frau Emilie Schäfer erteilt für ihr "Verschließbares Schutznetz für Frauen gegen uneheliche Untreue".
Kindersexualität
Bereits im Mutterleib haben Kinder sexuelle Empfindungen: männliche Embryonen lutschen an ihrem Penis und haben Erektionen. Obwohl Orgasmen schon bei Mädchen im Alter von wenigen Monaten beobachtet wurden, spielen die meisten Babys im ersten Lebensjahr nur mit ihren Genitalien, erst im zweiten Lebensjahr erreichen sie den Orgasmus durch Selbstbefriedigung, wobei Kinsey feststellte: "Es gibt Zweijährige, die in weniger als zehn Sekunden zum Orgasmus kommen und Zweijährige, die zehn oder zwanzig Minuten oder noch länger brauchen."
Kinderorgasmen - bei vorpubertären Jungen wurden bis zu 21 hintereinander beobachtet - entsprechen bis auf das Ausbleiben der Ejakulation Erwachsenenorgasmen: "Ein zorniges Kleinkind wird bei beginnender sexueller Reizung ruhig, wird von anderen Betätigungen abgelenkt, beginnt rhythmische Beckenstöße, spannt seine Muskeln an, wenn der Orgasmus sich nähert, und gerät schließlich in konvulsive Bewegung, oft mit heftigen Arm- und Beinbewegungen im Augenblick des Orgasmus, wobei es manchmal weint. Nach der Klimax verliert sich die Erektion schnell, und das Kind versinkt in die friedliche Ruhe, die typischerweise dem Orgasmus des Erwachsenen folgt."
Bis ins 17. Jahrhundert bei uns und bis vor kurzem noch bei asiatischen Völkern masturbierten Eltern ihre Kleinkinder, um sie zu beruhigen oder ihnen eine Freude zu machen. Der ebenso konservative wie populäre amerikanische Kinderarzt René A. Spitz stellte 1946 fest: "Im ersten Lebensjahr besteht eine positive Entsprechung zwischen dem Spiel mit dem Genitale und dem Entwicklungsquotienten eines Kindes einerseits, zwischen dem Spiel mit dem Genitale und der Güte der bestehenden Mutter-Kind-Beziehung andererseits." Spitz wagte es damals allerdings nicht, diese Beobachtung zu veröffentlichen, gelten doch Kinder seit dem 17. Jh. als asexuelle Unschuldswesen. Der Puritaner John Earle 1628: "Das Kind ist die genaue Abbildung Adams, ehe er von Eva oder dem Apfel kostete." Davor waren Probleme mit der kindlichen Sexualität unbekannt, weil es keine Kindheit gab, nur kleine Menschen mit sich entwickelnden Fähigkeiten, denen, solange sie zur Fortpflanzung unfähig waren, keinerlei sexuelle Beschränkungen auferlegt wurden.
Viele Liebespaare der Literaturgeschichte waren Minderjährige: Eros und Psyche, Acis und Galatea, Pyramos und Thysbe, Daphne und Cloe, Romeo und Julia, Gretchen. Helena verließ im Alter von 12 Jahren ihren Gatten Menelaos, um Paris nach Troja zu folgen, und heute säßen fast alle griechischen Götter im Gefängnis wegen Verführung Minderjähriger.
Kitzler
- Klitoris
Kleptolagnie
Sexueller Lustgewinn durch Stehlen
Klimakterium
(griech. klimakter = Leitersprosse) Körperliche und psychische Veränderung mit Beginn der Menopause. Die hormonelle Umstellung kann Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Depressionen, plötzliche Hitzeempfindung, Frieren, Schweißausbrüche bewirken. Das Klimakterium dauert meist nicht länger als zwei Jahre.
Klitoris
(Griech., kleiner Hügel) Die Klitoris, ein kurzes zylindrisches Organ am Zusammenwuchs der kleinen Schamlippen, besteht hauptsächlich aus zwei Schwellkörpern. Sichtbar sind nur der klitoridale Schaft und die hochempfindliche Glans, zusammen umfassen sie aber nur ein Zehntel des Gesamtvolumens der Klitoris. Obwohl sensitiv vergleichbar dem Penis reagiert sie im Erregungszustand konträr; sie tritt nicht hervor, sondern zieht sich hinter ihre Vorhaut zurück. Im Ruhezustand misst die Klitoris 2 - 2,5 cm, erigiert 3 cm, in seltenen Fällen kann sie mit einer Länge von 8cm fast Penisgröße erreichen.
Kohabitation
Begattung. Von vornehmen Leuten irrtümlich auch für Geschlechtsverkehr gebrauchte Bezeichnung.
Koitus interruptus
Älteste, doch sehr unsichere Methode zur Empfängnisverhütung: vor der Ejakulation muss der Penis aus der Scheide gezogen werden.
Koitusstellung
Die Lage der Geschlechter beim Beischlaf spiegelt überall und immer die Klassengesellschaft wider, mystifiziert auch in Asien: "Mann und Frau sollten sich entsprechend ihrer kosmischen Orientierung bewegen. Der Mann sollte von oben stoßen und die Frau von unten empfangen."
Kontrazeptiva
- Verhütungsmittel
Koprophilie
Sexueller Lustgewinn durch den eigenen Kot oder den Kot eines Partners, einer Partnerin.
Kopulation
(Lat. Verbindung) Eigentlich die Verschmelzung zweier einzelliger Individuen durch die Vereinigung ihrer Kerne, häufig gestelzte Umschreibung für den Geschlechtsakt.
Kuppelei
Die gewohnheitsmäßige oder eigennützige Begünstigung der Unzucht durch Vermittlung oder Gewährung oder Verschaffung von Gelegenheit wird mit Gefängnis nicht unter einem Monat bestraft. Schwere Kuppelei liegt vor, wenn Kuppler und Verkuppelte verheiratet sind.
Kurtisane
Französischer Ausdruck für Hetäre (Edelnutte)
Lesbische Liebe
Gleichgeschlechtliche Liebe zwischen weiblichen Personen, angeblich auf der griechischen Insel Lesbos erfunden.
Liebestod
Der plötzliche Tod beim Geschlechtsverkehr ist wie alles Schöne sehr selten: unter 1% aller Todesfälle. Am wahrscheinlichsten erreichbar ist der Liebestod für ältere Männer, die nach reichlich Essen und Trinken in fremder Umgebung mit einer viel jüngeren Frau  eine außerehelich sexuelle Beziehung haben.
Manueller Geschlechtsverkehr
(Lat. manus = Hand) Beim Petting oder Vorspiel erweisen sich Eichel und Klitoris oft als zu empfindlich für eine direkte Stimulation, angenehmer ist es für viele Frauen, wenn ihr Klitoriskörper und die kleinen Schamlippen liebkost werden (Feuchtigkeit der Vagina oder Speichel verteilen.) Der Penis kann gestreichelt, gewalkt u. s. w. werden, auch hierbei gilt, dass die Beteiligten darüber sprechen sollten, was sie als angenehm empfinden.  Die therapeutische Erfahrung zeigt: Wer gelernt hat, sich gegenseitig mit den Händen Lustgefühle und Befriedigung zu schenken, ist gut darauf vorbereitet, jede andere Form des Geschlechtsverkehrs befriedigend auszuüben.
Masochismus
Lustgewinn aus der Erduldung von Schmerzen, Demütigungen, Ohnmacht. Nach US-amerikanischen Untersuchungen sind 2,5% aller Männer und 4,6% aller Frauen masochistisch veranlagt.
Masturbation
Die Selbstbefriedigung, zum Lustgewinn auch in der Tierwelt üblich, war im Altertum nur bei jenen Völkern verpönt, die um ihr Überleben kämpften und in der Masturbation eine Vergeudung des zeugungsfähigen Samen sahen. Griechen und Römer dagegen praktizierten Selbstbefriedigung zum Vergnügen, aber auch aus gesundheitlichen Gründen. Ärzte glaubten, dass der männliche Samenvorrat faulen könne und daher regelmäßig ausgestoßen werden müsse: Frauen sollten zur Erhaltung der natürlichen Gesundheit masturbieren oder sich von ihrem Arzt masturbieren lassen.
Der vergebliche Kampf des Christentums gegen die Masturbation knüpfte an das alttestamentarische Verbot der Samenvergeudung an. Daher war es nur konsequent, wenn römische Moraltheologen erklärten, dass Frauen die Sünde der Masturbation gar nicht begehen können, weil sie keinen Samen haben. Die jede Selbstbefriedigung verbietende Lustfeindlichkeit spielte eine untergeordnete Rolle.
Bis ins Mittelalter war die Masturbation auch von Kleinkindern durch ihre Eltern üblich, abgesehen von einigen unter dem Enthaltsamskeitsgebot leidenden Theologen sah niemand in der Selbstbefriedigung ein moralisches oder gesundheitliches Problem. Erst der Kapitalismus, repräsentiert durch das Bürgertum, verdammte unter dem Vorwand entsetzlicher Gesundheitsschäden die fälschlich Onanie genannte Masturbation. Es gab fast keine Krankheit, die nicht auf dieses "Laster" zurückgeführt wurde. Zur Rettung der Gesundheit Jugendlicher schreckten Ärzte und Kinderfreunde vor keiner Barbarei zurück. Half die psychische Einschüchterung nichts, wurde masturbationsverdächtigen Jugendlichen Nachthandschuhe mit scharfen Metallspitzen oder Zwangsjacken verpasst, Ärzte empfahlen die Infibulation, das Durchbohren der Vorhaut bzw. Schamlippen und das Durchziehen eines Ringes oder die Entfernung der Klitoris. Antimasturbationsschulbänke verhinderten das Aneinanderreiben und Zusammendrücken der Beine, die untere Öffnung in Toilettentüren sollte die Kontrolle aller Toilettenbenutzer ermöglichen, die französische Medizinerakademie forderte ein Verbot von Nähmaschinen, weil ihr Fußantrieb Frauen zur Masturbation verleiten könne usw.
In Wirklichkeit aber ging es den oft hysterischen Antimasturbationskämpfern nicht um Gesundheit, sondern um Abrichtung zur Selbstbeherrschung, Triebverzicht, Leistung, also zu den Kardinaltugenden des Bürgertums im frühen Kapitalismus. (Der medizinische Kreuzzug gegen die Masturbation war daher eine moderne Erscheinung, die sich ausschließlich auf die westliche Welt beschränkt hat.) Das Verbot sexueller Lustbefriedigung ohne Zeugungszweck sollte und konnte "nutzlose" Triebe zu Sekundärtugenden umwandeln, den Körper entfremden und ihn dadurch maschinentauglich machen, jeden Widerstandsgeist brechen.
Wie fast jeder von uns weiß, war für ihn der Kampf vergeblich, Statistiken belegen, dass dies auch für die meisten unserer Mitmenschen gilt, für Männer und Frauen, Kinder und Alte, denn wie Helmut Kentler feststellte: "Nicht die Onanie ist krankhaft, sondern ihr Fehlen." Einzig die fatale Leichtigkeit, mit der masturbierend Lust und Befriedigung gewonnen werden kann, schränkt das Lob der Selbstbefriedigung ein.
Mätresse
Im 17. und 18. Jh. die anerkannte, oft einflussreiche Geliebte eines Fürsten
Matriarchat
Mutterherrschaft
Matrilinear
Da immer das herrschende Geschlecht seinen Namen auf die Nachkommenschaft überträgt, werden Verwandtschaftsbeziehungen im Matriarchat nach der mütterlichen Linie bestimmt, im Patriarchat nach der väterlichen Linie (patrilinear).
Menarche
Die erste Menstruation
Menopause
(Griech. men = Monat, pauomai = aufhören) Zuerst unregelmäßig werdende, dann aufhörende Menstruation (also Eizellenreifung) um das 50. Lebensjahr.
Menstruation
Zyklische, meist monatliche Blutung, mit der eine unbefruchtete reife Eizelle ausgestoßen wird. Die erste Menstruation (Menarche) tritt zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr auf, danach zunächst oft unregelmäßig. Menstruationszyklen dauern für gewöhnlich zwischen 28 und 35 Tage und hören nach der Menopause um das 50. Lebensjahr auf.
Selbst für aufgeklärte junge Frauen ist die erste Menstruation oft ein irritierendes Erlebnis. Schockierend wird es, wenn sie die Periode unvorbereitet trifft. Die Mythen Blut und Sexualität vereinen sich zum Schrecken.
Überall auf der Welt und in allen uns bekannten Kulturen war die Menstruation zumindest für Männer ein Gräuel. Den Griechen galt das Menstruationsblut als tödlich, es ließ alles absterben, verfaulen, Spiegel matt werden, Eisen rostig. Moses bestimmte: "Wenn ein Weib ihres Leibes Blutfluss hat, die soll sieben Tage beiseite getan werden; wer sie anrührt, der wird unrein sein bis auf den Abend." Auch der Hinduismus verlangt die Absonderung menstruierender Frauen, für die es vielerorts sogar eine besondere Menstruationskleidung zur Warnung Vorbeikommender gibt.
So recht wusste zwar niemand, was es mit der Menstruation auf sich hatte, was für ein Soff das Menstruationsblut eigentlich war, aber bis in unser 20. Jahrhundert hielt sich das Vorurteil seiner Gefährlichkeit auch unter Ärzten. Noch 1878 wurde im renommierten British Medical Journal sechs Monate lang die Frage diskutiert, ob Schinken durch die Berührung einer menstruierenden Frau verderben könnte, und Professor Schick behauptete 1920, dass die Nähe menstruierender Frauen Rosen welken lässt.
Auch zur moralischen Disziplinierung ließ sich die Menstruation verwenden. Die Tatsache, dass das Menarchenalter sinkt (wie das Menopausenalter steigt), erklärte das Handbuch zur "Erkenntnis und Heilung der Frauenzimmerkrankheiten" 1821 nicht mit der Qualitätszunahme der Nahrung, sondern mit "Beschäftigung der Einbildungskraft mit wohllüstigen Vorstellungen, obscönen Schauspielen und Romanen, zu früh angeregten Geschlechtstrieb durch schlüpfrige Lectüre und Erzählungen, durch das zu baldige Besuchen des Theaters und den zu frühen Umgang mit dem männlichen Geschlecht". Am häufigsten aber werde die frühe Menstruation ausgelöst durch Onanie.
Der Gipfel männlicher Unverschämtheit wird erreicht, wenn der menstruierenden Frau Gebärversagen suggeriert wird: "Die Menstruation ist die blutige Träne, welche die Frau ihrem verlorenen Kind nachweint." oder - gegen die Einführung des Tampons in Deutschland gerichtet - Sexualgeilheit: "An die Möglichkeit zur Verleitung zur Masturbation sollte man denken."
Tatsächlich sind Frauen kurz vor und während ihrer Periode sexuell ansprechbarer als in der übrigen Zeit des Zyklus. Wenn fast alle Religionen von der Frau Enthaltsamkeit während der Menstruation verlangen, geschah dies wohl auch aus der Ahnung ihrer Unfruchtbarkeit während dieser Zeit, primär aber wohl zur Zähmung der gefürchteten Sexualgelüste.
Die Gründe für das Ansteigen des sexuellen Verlangens im sogenannten Paramenstrum liegen wohl nicht nur im biologischen Bereich. Die höchstwahrscheinliche Folgenlosigkeit eines Geschlechtsverkehrs befreit Frauen von Schwangerschaftsängsten, lässt sie sexuellen Signalen gegenüber offener sein.
Aber auch Menstruationsbeschwerden, die bei Säugetieren wie bei unzivilisierten Frauen nicht vorzukommen scheinen, dürften seltener biologisch als sozial bedingt sein. Die bei den meisten Frauen aus allen Einkommens- und Bildungsschichten zu beobachtende negative Einstellung zu ihrer Menstruation verstärkt zumindest ihr Unwohlsein und ihre Schmerzgefühle (die durch Gin-Tonic gelindert werden können: Chinin baut Spannungszustände ab, Gin hilft bei der Verteilung und Aufnahme dieser Droge). Männer erklärten menstruierende Frauen für widerwärtig und die sich widerwärtig fühlende Menstruierende bestätigt nur den aufgeschwatzten Eindruck.
Minnesänger
Angehörige des Adels, später auch bürgerliche Dichter und Komponisten, die an Fürstenhöfen Lieder des Werbens um eine Frau und über unerfüllte Sehnsucht singen. Der Minnesang entwickelte sich aus arabischen Vorbildern in der zweiten Hälfte des 12. Jh. zunächst in Südfrankreich (Troubadoure). Herausragende Sängerdichter - vergleichbar heutigen Popstars - in Deutschland waren Reimar von Hagenau und Walther von der Vogelweide.
Missionarsstellung
Der Mann liegt beim Geschlechtsverkehr auf der Frau. Eine von vielen, auch bei Tieren gelegentlich vorkommenden Stellungen, vorherrschend in allen patriarchalischen Gesellschaften (oben/unten; aktiv/passiv), in ihrer Ausschließlichkeit auf Angehörige außereuropäischer Völker komisch wirkend. Da die ersten Weißen, die sie beim Geschlechtsverkehr beobachteten, zumeist Missionare waren, entstand die Bezeichnung Missionarsstellung.
Monogamie
Eheform, bei der ein Mann und eine Frau zusammenleben.
Mutterkult
Verehrung der Erdmutter als Fruchtbarkeits- und Zeugungsgöttin
Muttermund
Öffnung zwischen Scheide und Gebärmutterhals
Nächtliche Erektion
Unabhängig von Träumen haben schlafende Männer ca. alle 60 - 90 Minuten eine nächtliche Erektion, die zumeist nur beim Aufwachen mit steifem Penis wahrgenommen wird. Die Bedeutung dieser Erscheinung ist unbekannt.
Narzissmus
Das Aufgeilen an sich selbst, Selbstverliebtheit. Narziss (griech. Narkissos) war ein schöner Jüngling, der sich in sein Spiegelbild im Wasser so sehr verliebte, dass er gar schrecklich litt, bis er sich in eine Blume, die Narzisse, verwandelte.
Necking
Manuelle Stimulierung von Gesicht und Brüsten
Nekromant
(Griech. nekro = tot) Liebhaber von Leichen, eigentlich Geisterbeschwörer mittels zeitweilig ins Leben zurückgekehrter Toter.
Nekrophilie
Geschlechtlicher Umgang mit einem Leichnam
Neuronales Geschlecht
Das menschliche Gehirn, zunächst sexuell undifferenziert, scheint sich auf Grund hormoneller Einflüsse ähnlich wie die inneren Geschlechtsorgane zu entwickeln. So findet sich bei Säugetieren im Gehirn ein Gebiet (SDN-POA), das bei männlichen Tieren ein größeres Volumen erreicht als bei weiblichen. Beim Menschen scheint ähnliches im vorderen Hypothalamus zu geschehen. Entfernt oder zerstört man das mediale präoptische Areal des Hypothalamus, das offensichtlich das typische männliche Sexualverhalten beeinflusst, verschwindet beim Mann der Drang zur Kopulation (nicht aber das Vergnügen an der Masturbation). Kürzlich entdeckte LeVay in diesem Areal mehrere kleine Neuronengruppen, von denen eine (INAH3) bei vermutlich heterosexuellen Männern durchschnittlich zwei- bis dreimal größer ist als bei Frauen (und Schwulen). Im Unterschied aber zu hormonellen Einflüssen konnte bisher nicht geklärt werden, ob ein solcher Unterschied bereits bei der Geburt besteht oder erst durch das gesellschaftlich geprägte Sexualverhalten hervorgerufen wird. (Bei unserer Geburt ist das Hirn eine relativ unstrukturierte Masse, deren Organisierung und Vernetzung erst durch frühkindliche Sinneserfahrungen ausgebildet wird.)
Neurosubstanzen
In Nervenzellen gebildete Hormone, die an den Synapsen im Nervengewebe Nervenimpulse auf chemischen Weg an die nächste Nervenzelle weiterleiten.
Nudismus
Die Wiederentdeckung der antiken (olympischen) Nacktkultur propagierte als erster der schottische Richter Lord Monboddo im 18. Jh. Die sich allmählich entwickelnde Freikörperbewegung vermied krampfhaft jeden sexuellen Bezug. Natürlich ist es gesund und - die richtigen Temperaturen vorausgesetzt - angenehm, sich nackt zu bewegen, doch hat die Faszination des Nacktseins mehr mit Tabus als mit Gesundheit zu tun. Die Lockerung der Bekleidungszwänge beim Baden wird daher, tritt nicht eine Retabuisierung ein, die FKK-Bewegung wieder in Vergessenheit geraten lassen.
Nymphomanie
Übermäßige, nur bei Frauen als krankhaft geltende Sucht nach Geschlechtsverkehr, zumeist nur Ausdruck einer normal entwickelten (weil gesellschaftlich nicht gezügelten) weiblichen Sexualität.
Ödipuskomplex
Die enge erotische Beziehung zu dem Elternteil des anderen  und die Rivalität gegenüber dem Elternteil des eigenen Geschlechts in der frühen Kindheit.
Onanie
Fälschlich gebrauchter Begriff für Masturbation, der sich auf Onans Weigerung bezieht, pflichtgemäß in die Vagina der Frau seines verstorbenen Bruders zu ejakulieren und der statt dessen den Koitus interruptus praktizierte.
Oralverkehr
(Lat. os = Mund). Der Oralverkehr ist weder pervers noch ungesund, auch Tiere praktizieren ihn. Er verursacht keine Schwangerschaft, nicht einmal eine Entjungferung.
Fellatio (lat. fellare = saugen): Lecken und Saugen an männlichen Geschlechtsorganen, vor allem am Penis. Das Saugen sollte durch langsame, kräftige, gleichmäßige Bewegung von Lippen und Zunge geschehen (nicht mit den Zähnen). Das Ejakulat kann bedenkenlos geschluckt werden, es enthält nur 5 Kalorien.
Cunnilinctus (lat. cunnus = Vulva, linguere = lecken): Das Lecken der Innenseiten der Schenkel, der Region zwischen dem Geschlechtsorgan und dem Anus, des Anus selbst, der kleinen Schamlippen, der Klitoris. Die Gleitflüssigkeit der Vagina schmeckt etwas herb, ist aber völlig harmlos und kann - wenn nicht Vaginalsprays benutzt wurden - bedenkenlos geschluckt  werden.
Orgasmus
(Griech. orgasmos = lustvolle Erregung) Der Orgasmus ist eine Art epileptischer Reflex, dessen physiologisches Erscheinungsbild und subjektiv empfundene Eigenschaften bei Mann und Frau gleich sind.
Orgon-Akkumulator
Kasten, in dem nach W. Reich die Orgonenergie konzentriert und gespeichert werden kann.
Orgontheorie
Nach W. Reich ist die - u.a. beim Geschlechtsverkehr freigesetzte - Orgonenergie eine elementare Lebensenergie, die zur Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit notwendig ist.
Östrogen
Wichtigstes weibliches Keimdrüsenhormon. Es steigt in der Pubertät stark an, bildet die sekundären Geschlechtsmerkmale aus und führt zur Geschlechtsreife (erste Regelblutung, Menarche). Nach der Menopause sinken die Östrogenwerte von Frau zu Frau sehr unterschiedlich, ohne ihre sexuelle Lust zu beeinträchtigen.
Östrusperioden
(Griech. oistros = Viehbremse, heftige Leidenschaft) Bei Tieren die Zeiten der Brunst, bei der Frau die Zeiten zwischen zwei Menstruationen
Ovarien
- Eierstöcke
Ovulation
(Dt. Eibläschensprung) Die Ausstoßung des Eis aus dem Follikel
Ovulationshemmende Pille
Korrekte Bezeichnung für die von der BILD-Zeitung so genannten Anti-Baby-Pille, deren Wirkstoffe Östrogen und Gestagen die Reifung und Freisetzung (Ovulation) von Eizellen in den Eierstöcken verhindern.
Oxytocin
Hormon des Hypophysenhinterlappens, das die Gebärmutter zu Kontraktionen veranlasst.
Päderastie (gr. Knabenliebe) Bei den Griechen, Römern und bis in die Gegenwart im Vorderen Orient gesellschaftlich anerkannte sexuelle Beziehung zwischen Männern und Knaben, meist als Erziehungs- oder Vormundschaftsverhältnis überliefert. Einer der wenigen bekennenden Päderasten der Neuzeit war André Gide.
Pädosexualität Sexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern. Wenn eine Mutter ihrem 10jährigen Sohn den Penis wäscht, mag das komisch sein, wenn es der Nachbar tut, ist es ein Verbrechen.
Bei der Pädosexualität handelt es sich um eines der jüngsten sexuellen Tabus, das entsprechend rigoros verteidigt wird, um eine Straftat, die z. B. der Code penal von 1810 noch nicht kennt. Erst 1832 wurde in Frankreich der Geschlechtsverkehr mit Minderjährigen unter 11 Jahren verboten, in vielen US-Staaten lag das Schutzalter bei zehn Jahren. Kinsey beobachtete, dass sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern häufig vorkommen (so erinnerte sich jede Vierte seiner Interviewpartnerinnen an einen solchen Kontakt), ohne dass sie nennenswerte Schädigungen hervorgerufen hätten. Kinsey. "Einige erfahrene Jugendkundler sind zu der Überzeugung gekommen, dass die emotionellen Reaktionen der Eltern, der Polizeibeamten und anderer Erwachsener, die den Fall entdecken, das Kind seelisch mehr schädigen, als es die Sexualkontakte selbst tun. Die ständige Hysterie über Sexualvergehen kann sehr wohl ernste Auswirkungen auf die spätere Anpassungsfähigkeit vieler dieser Kinder haben."
Ganz abgesehen davon, dass Kinder "sexuelle" Handlungen oft gar nicht als sexuell, sondern nur als lustvoll oder lästig empfinden, verdrängen viele Kinderschützer die reiche Vielfalt normaler vorpubertärer Sexualerfahrungen wie anale und orale Erotik, Sadismus, Masochismus, Onanie, Exhibitionismus, Voyeurismus, homosexueller und heterosexueller Inzest, Zoophilie etc. . Der Sexualwissenschaftler und Kinderarzt Albert Moll stellte bereits 1909 fest: "Der Jurist, der oft keine Kenntnis davon hat, wie ausgedehnt die sexuellen Phantasien und Handlungen von Kindern mitunter sind, ist geneigt, eine sexuelle Unerfahrenheit beim Kind anzunehmen und ihm deshalb ein Vertrauen entgegenzubringen, das nicht berechtigt ist, weil eben die Unerfahrenheit in Wahrheit nicht besteht."
Patriarchat
Gesellschaftsform, bei der die Gewalt in der Familie beim Vater (Mann) liegt.
Patrilokal
Ansiedlung eines Paares am Lebensort der Familie des Mannes (matrilokal - der Frau)
Penetration
Das Eindringen des Penis in die Vagina
Penis
(Lat. penis = Schwanz) Der Penis, im Ruhezustand ca. 7,5 bis 10 cm lang, besitzt drei Schwellkörper, die sich durch große Aterien schnell mit Blut füllen und versteifen können. An seiner Unterseite befindet sich die Harnröhre (Urethra), die nicht nur Harn, sondern auch Samenflüssigkeit transportiert. Seine sehr elastische lockere Haut erlaubt seine Vergrößerung auf die doppelte Länge, an der Spitze ist die Haut so locker, dass sie eine Hautfalte bildet (Vorhaut). Sie bedeckt normalerweise die Penisspitze (Eichel od. Glans). In ihrer Mitte tritt die Harnröhre aus. Zahlreiche Nervenendigungen machen die Eichel sehr empfindlich für Berührungen. Während der Erektion tritt die Eichel unter der Vorhaut hervor, oft ist sie dann dicker als der Peniskörper.
Perversion
Jede Abweichung von der sexuellen Norm, z. B. Exhibitionismus, Homosexualität. Die meisten Perversionen äußern sich zwar auch sexuell, sind aber nur ein Ausdruck des Charakters, der Psyche oder sozialer Deformationen. Sinnvoller wäre es, Perversion zu definieren als sexuelle Handlung, die einem selbst oder dem Partner Schaden zufügt, z. B. sexuelle Abstinenz.
Pessar
(Diaphragma) Kleine, flexible Gummikappe, die sich dicht an den Muttermund legt und damit den Samenzellen den Weg in den Uterus abschneidet. Ein Pessar muss vom Arzt angepasst werden, da sein exakter Sitz über die Wirkung entscheidet. Ein Diaphragma kann bis zu sechs Stunden vor dem Verkehr eingeführt werden und für mindestens acht Stunden nach dem Geschlechtsverkehr in der Vagina bleiben. Ein ägyptisches Papyrus um 1850 v. Chr. nennt erste Rezepte für Verhütungsmittel, aus der Zeit um 1500 v. Chr. ist das Rezept für ein tamponähnliches Pessar überliefert. Es bestand aus Flachs, das mit gemahlenen Akaziensamen, Koloquinte (ein Kürbisgewächs), Datteln und Honig eingerieben wurde.
Petting
Manuelle Stimulierung aller Körperteile bis zum Orgasmus, in den USA vor allem bei Mittelschichtjugendlichen üblich.
Pille danach
Verschreibungspflichtige Medikamente, die durch Hormonzufuhr das Einnisten eines befruchteten Eis in die Gebärmutter verhindern.
Pollution
Nächtlicher Samenerguss, häufig in der Pubertät und zu Zeiten geschlechtlicher Enthaltsamkeit.
Polygamie
Eheform, in der ein Mann mit mehreren Frauen oder eine Frau mit mehreren Männern zusammenlebt.
Pornographie
Unzüchtige Darstellung in Wort und Bild, zucht- und daher zeitabhängig: So galten z. B. Teile der Bibel zeitweise als pornographisch. Die Annahme, dass Männer eher optische, Frauen mehr textliche Pornographie bevorzugen, ist in Versuchen nicht beweisbar. Sexuell stimulierende Werke können (wie Gewaltdarstellungen) nur jene Neigungen verstärken, die bei einer Versuchsperson bereits vor der Testreihe festliegen.
Das deutsche Strafrecht unterscheidet zwischen „einfacher“ und „harter“ Pornographie. „Einfache“ P. ist nur strafbar, wenn jemand ohne Aufforderung mit ihr konfrontiert und belästigt oder sie Personen unter 18 Jahren zugänglich gemacht wird. „Harte“ P. (sexueller Umgang mit Kindern, sexuelle Handlungen an Tieren) ist verboten, schon ihr Besitz kann eine Geld- oder Gefängnisstrafe zur Folge haben.
Potenz
Geschlechtskraft des Mannes, Fähigkeit, den Geschlechtsakt zu vollziehen, fruchtbaren Samen zu produzieren.
Präservativ
Schutzhülle um den Penis, die die Samenflüssigkeit nach der Ejakulation auffängt. Präservative aus Tierhäuten waren schon im Altertum bekannt, ihre Herstellung allerdings aufwendig und teuer. Ein amerikanisches Rezept von 1850: "Man nehme den Blinddarm eines Schafes, lege ihn ins Wasser, kehre die innere Seite nach außen und wiederhole den Vorgang in einer schwachen Sodalösung, die alle vier oder fünf Stunden gewechselt werden muss, fünf- oder sechsmal hintereinander. Dann entferne man die schleimige Membrane mit dem Nagel. Man schwefle den Schlauch, wasche ihn in sauberem Wasser, danach noch einmal in Seife und Wasser, spüle ihn, blase ihn auf und trockne ihn. Dann schneide man ihn auf die benötigte Länge und befestige ein Band an das offene Ende."
Die industrielle Massenproduktion von entsprechend billigen Präservativen setzte erst nach der Entdeckung der Vulkanisierung ein. Heute dienen sie häufiger dem Schutz vor Ansteckung durch Geschlechtskrankheiten als der Vermeidung einer Schwangerschaft.
Promiskuität
(Lat. promiscus = vermischt) Unterschiedsloser sexueller Verkehr ohne dauernde Bindung
Prostitution
Sexuelle Dienstleistung gegen Entgelt, vorherrschend in männerrechtlichen Gesellschaften als Folge der strengen Einehe. Im Altertum war die Prostitution ein anerkanntes Gewerbe (Hetären in Griechenland) bzw. eine kultische Handlung (Tempelprostitution). Das alte Testament berichtet ohne Zorn von Prostitution, der Talmud erlaubt unverheirateten Männern den Besuch einer Prostituierten wegen geschlechtlichen Notstands, verlangt aber Diskretion: "So gehe er nach einem Orte, wo man ihn nicht kennt, kleide sich schwarz, umhülle sich schwarz und folge dem Triebe seines Herzens, nur entweihe er den Gottesnamen nicht öffentlich."
Während das frühmittelalterliche Christentum vergeblich versuchte, die Prostitution auszurotten, war sie in Asien bis vor wenigen Jahrzehnten durchaus achtbar, in Europa seit dem 13. Jh. eine Art Zunft unter Aufsicht der Obrigkeit. In der Aristokratie gewannen Prostituierte als Kurtisanen (Italien) oder Mätressen (Frankreich) seit der Renaissance wieder Anerkennung.
Mit dem Entstehen des Bürgertums wird die Scheinheiligkeit zur Richtschnur im Umgang mit Prostituierten. Bis Ende des 19. Jh. herrscht die Meinung vor, die Bereitschaft zur Prostitution sei angeboren, Prostitution sei generativer Wahnsinn und beruhe auf chemischen und biologischen Veränderungen des Erbgutes. Verkommener als die Prostituierte sei nur noch ihr Zuhälter, der sie zu dieser angeblich angeborenen, zugleich aber dem bürgerlichen Frauenbild so total widersprechenden Handlung zwinge.
Der Staat - heute noch in vielen Gebieten der USA - kriminalisierte die Prostitution, weil sie den sozialen Zweck der Sexualität - die Sicherung des Privateigentums durch Vererbung - nicht erfüllt. Rühe sah in der Prostitution das soziale Gegenstück zur Ehe und im Verhältnis Zuhälter - Dirne die Umkehrung der bürgerlichen Ehe: "So ist die Prostituierte die verkörperte Opposition gegen den überständigen und sinnlos gewordenen Kodex der bürgerlichen Sexual- und Ehemoral, die wandelnde Auflehnung gegen die bürgerliche Ordnung überhaupt."
Sperrgebietsregelungen sollen das Ärgernis Prostitution unsichtbar machen und die Freier schützen, wie das "Hamburger Reglement über die erleichterte sittenpolizeiliche Aufsicht" von 1909 zeigt. Es verbot Prostituierten nicht nur das Betreten der Reeperbahn, wo sie noch heute nicht stehen dürfen, sondern auch das Betreten der Fremdenlogen, Parkettlogen und Sperrsitze im Hamburger Operettentheater, aller Museen, der Zirkuslogen, vor allem aber die Teilnahme an den Veranstaltungen des feinen Allgemeinen Alsterclubs, insbesondere an dessen Regatten.
Im Nationalsozialismus betrieb Deutschland staatliche Bordelle für Zwangsarbeiter und Häftlinge, in der Bundesrepublik bemühen sich die Finanzbehörden, am Lohn der Unzucht beteiligt zu werden, ohne den Prostituierten die Gewerbefreiheit zu geben.
Protozoen
Urtiere wie Amöben, die einfachsten, einzelligen Lebewesen
Pubertät
Geschlechtsreifung. Bei Mädchen beginnt etwa im Alter von 10 Jahren die Entwicklung der Brustknospen, der Hüftrundung, des Haarwuchses am Venushügel und in den Achselhöhlen. Bei Jungen ungefähr ab dem 12. Lebensjahr beginnt das Wachstum von Hoden und Penis, der Scham- und Achselhöhlenhaare, erste Barthaare bilden sich an der Oberlippe, sie kommen in den Stimmwechsel.  Bei beiden Geschlechtern ist ein starkes Längenwachstum und eine psychische Entkindlichung zu beobachten. Das Ende der Pubertät wird durch die Menarche bzw. Pollution gekennzeichnet.
Durch die hormonelle Umstellung im Körper tritt häufig eine Akne auf, die junge Menschen in ihrer Unsicherheit, sich mit der neuen geschlechtsspezifischen Rolle abzufinden, bestärkt. Die von vielen Erwachsenen als verstört, flegelhaft etc. empfundene Haltung in der Pubertät hängt mit dem Bewusstwerden einer bis dahin als natürlich empfundenen Sexualität zusammen.
Puff
Urspr. Bezeichnung für Schlag, Stoß. Die Charakterisierung gewöhnlichen männlichen Sexualverhaltens wurde schließlich zur Bezeichnung des Hauses, in dem Männer für Geld ihre Schlag- und Stoßgelüste ausleben.
Puritaner
(Lat. purus = rein) Calvinistisches und scholastisches Gedankengut prägt den um 1560 in England auftretenden Puritanismus. Seine Anhänger verachten eine Gläubigkeit, die sich in der Teilnahme an kirchlichen Zeremonien erschöpft, sie fordern eine nicht nur sonntäglich strenge Lebensführung. Anfangs noch isoliert von der Gesellschaft entschlossen sich die ersten Puritaner um 1620 zur Auswanderung in die USA (Pilgerväter). Bald gewannen sie aber auch in England an Einfluss. 1642 gelang es diesen innerweltlichen Asketen, eine zeitweilige Schließung aller englischen Bühnen durchzusetzen.
Pygmalionismus
Der geschlechtliche Umgang mit einer Statue
Pyrolagnie
Sexueller Lustgewinn durch das Legen eines Feuers
Rassengenese
Die Entwicklung von Rassen, also Angehörigen gleicher, kennzeichnender Erbmerkmale
Rectum
Der Mastdarm, durch einen unwillkürlichen inneren Schließmuskel verschlossen, mündet in den durch einen kräftigen, willkürlichen ringförmigen Schließmuskel versehenen After nach außen.
Refibulation
Wiederverschließung einer für die Ausübung des Geschlechtsverkehrs oder für eine Geburt geöffneten Vagina.
Reizmittel
(Aphrodisiaka) Arzneimittel besonders zur Erregung des Zentralnervensystems, vor allem zur Erhöhung der Geschlechtslust
Renaissance
(Frz. Wiedergeburt) Die Zeit der Wiederentdeckung der Antike, Übergangszeit vom Mittelalter zur Neuzeit (1350 - 1500). Als zunächst vorwiegend aristokratische Angelegenheit führte die Renaissance zu einer Individualisierung und Verweltlichung der Menschen, eine Tendenz, die sich im Volk erst später und nur allmählich auswirkte.
Reproduktionsmedizin
Die Erzeugung menschlichen Lebens ohne Geschlechtsverkehr und außerhalb des Mutterleibes. Die Reproduktionsmedizin wird heftig von Teilen der Frauenbewegung kritisiert, wogegen Simone der Beauvoir darauf hinwies, dass Gebären und Stillen keine Aktivitäten, sondern natürliche Funktionen des Körpers sind. Da dabei keinerlei Entwurf im Spiel sei, könne eine Frau darin auch keinen Grund einer hochgestellten Bejahung ihrer Existenz finden, sie unterziehe sich nur passiv ihrem biologischen Geschick.
Die erste Befruchtung einer menschlichen Eizelle außerhalb des Mutterleibes erfolgte 1961 in Bologna. Das Embryo konnte 29 Tage am Leben gehalten werden.
SA
Sturmabteilung. Schlägertruppe der NSDAP mit stark revolutionären Potential. 1934 wurde die SA unter dem Vorwand homosexueller Verfehlungen gesäubert und fungierte danach nur mehr als ein Verband zur vormilitärischen Ausbildung.
Sadismus
Lustgewinn aus dem Zufügen von Schmerz, Demütigung, Ohnmacht. Nach amerikanischen Untersuchungen empfinden 4,8% aller Männer und 2,1% aller Frauen Lust bei sadistischen Praktiken.
Samen
(Spermien) Winzige, frei bewegliche einzelne Zellen mit kleinem Kopf und einem 15-20 mal so langen (aus Mittelstück und Schwanz zusammengesetzten) Leib. Das Mittelstück enthält zwei vordere und hintere Knötchen als Bewegungszentren. Mit seinem spitzen Kopf bohrt sich die Samenzelle in das Ei und befruchtet es. Produziert werden die Spermien im Hoden, gespeichert in den Nebenhoden.
Samenblasen
Zwei Beutel dicht neben der Ampullae, nahe der Spitze der Prostata. Die Samenblasen produzieren eine Flüssigkeit, die zusammen mit dem Prostatasekret die Spermien nach der Ejakulation beweglich macht.
Samenleiter
Verbindungsweg von den Nebenhoden, wo die Spermien lagern, zur Harnröhre, durch die sie ausgestoßen werden.
Scham
Eigentlich das Bewusstsein, gegen die Gesetze des Wohlanstandes - z. B. durch Entblößung - zu verstoßen. Seit dem 11./12. Jh. wird Scham als Synonym für Geschlechtsorgane verwendet.
Schamlippen
Große Schamlippen: Zwei dicke Hautfalten aus Fettgewebe, außen behaart. Sie bilden die äußere Begrenzung der Vulva. Im Ruhezustand liegen sie dicht beieinander und bedecken den übrigen Teil der Vulva.
Kleine Schamlippen: Zwei dünne Hautfalten unter den großen Schamlippen, dicht von Blutgefäßen und Nervenendigungen durchzogen, daher sehr berührungsempfindlich. Nach oben hin wachsen sie zusammen und bilden dabei eine Hautfalte (Vorhaut), die die Klitoris bedeckt.
Scheide
Das 8 - 10cm lange muskulöse Rohr führt vom Muttermund nach außen. Durch die Scheide fließt die Menstruationsflüssigkeit aus, sie nimmt Penis und Ejakulat auf und ist für Kinder bei der Geburt der Weg in die Selbständigkeit. Sie besitzt viele Schleim produzierende Zellen und Blutgefäße (Gleitflüssigkeit), reinigt sich selbst (solange ihr ökologisches Gleichgewicht nicht durch Vaginalsprays gestört wird) und ist sehr unempfindlich.
Scheideneingang
Er liegt unterhalb des Harnröhrenausgangs und ist bis zum ersten Geschlechtsverkehr meist zu einem Teil von einer Haut verschlossen (Hymen). An beiden Seiten der Scheidenöffnung liegen die Bartholin-Drüsen; sie sondern kleine Mengen Gleitflüssigkeit ab (der größere Teil kommt aus der Scheidenwand).
Scheidenlecker
Cunnilinctor (männl.), Cunnilinctrix (weibl.)
Scheidenvorhof
Der Bereich zwischen Klitoris und Scheideneingang
Schutzalter
Alter, ab dem Geschlechtsverkehr mit oder unter Jugendlichen straffrei ist. In Deutschland beträgt das Schutzalter für männliche und weibliche Jugendliche zur Zeit 16 Jahre.
Schwangerschaftstest
Ungefähr sechs Wochen nach der letzten Menstruation ist im Urin einer Schwangeren Choriongonadotropin nachweisbar, das durch entsprechend präparierte Teststreifen (rezeptfrei in Apotheken erhältlich) sichtbar gemacht werden kann.
Sekret
Von Drüsen abgegebene Flüssigkeit
Sekundäre Geschlechtsmerkmale
Männlich: Haarausfall im Alter, Gesichtshaar, Kehlkopf ein Drittel größer, größerer Brustkorb, Körperbehaarung, stärkere und ausgeprägtere Muskeln, längere und dickere Arme, Schamhaare bilden ein nach oben spitz zusammenlaufendes Dreieck, schmalere Hüften, größere Hände und Füße, längere Beine.
Weiblich: Wenig Haarausfall, sehr dünnes Gesichtshaar, kleiner Kehlkopf, kleiner, schmaler Brustkorb, wenig Körperbehaarung, ausgeprägte Brüste, Muskeln weitgehend unter Fettgewebe verborgen, Schamhaare bilden ein mit gerader Linie nach oben abschließendes Dreieck, breitere Hüften, kleinere Hände und Füße, kürzere Beine.
Sexualzentrum
Das menschliche Sexualverhalten wird von Nervenzentren kontrolliert, die in der Nähe des Hypothalamus (ein stammesgeschichtlich sehr alter Teil des Hirns) liegen. Zwei Kontrollhormone des Hypothalamus bewirken die Produktion weiterer Hormone im Vorderlappen der Gehirnanhangsdrüse, die über das Blut zu den Keimdrüsen gelangen, wo sie die Samenbildung und Testosteronproduktion bzw. die Eireifung und Östrogenproduktion steuern. Nach Vincent sitzt daher das Begehren im Kopf und nicht in den Keimdrüsen.
Sexuelle Leistung
Die Herz- und Kreislaufbelastung durch Geschlechtsverkehr ist gering, sie entspricht dem Treppensteigen über ein Stockwerk (ca. 75 Watt fahrrad-ergometrisch gemessen).
Sexuelle Lust
Sie dürfte durch den Testosteron-Wert im Blut bestimmt werden. Beim Mann erreicht sie um das 20. Lebensjahr ihren Höhepunkt und nimmt ab 30 ab, bei der Frau steigt sie bis 35 an und bleibt fast unverändert bis ins hohe Alter.
Sexuelle Reproduktion
Der Vorteil einer geschlechtlichen gegenüber einer ungeschlechtlichen Vermehrung liegt in der Vermischung bzw. im Austausch der Gene, da dadurch eine größere Überlebenschance in einer sich verändernden Umwelt gewährleistet ist. Außerdem ermöglicht sie die Eliminierung nachteiliger Mutationen, da bei der ungeschlechtlichen Vermehrung die Anzahl schädlicher Mutationen niemals unter den Wert fallen kann, den das Individuum mit der geringsten Anzahl von Mutationen aufweist.
Sodomie
Sexueller Kontakt mit Tieren (s. Zoophilie); Homosexualität. Die Bezeichnung Sodomie leitet sich ab von der Stadt Sodom nahe dem Toten Meer, die nach Moses 1/19 wegen ihrer Lasterhaftigkeit von Gott zerstört wurde.
Spermie
(Samenzelle) Die männliche Geschlechtszelle wird in den Hoden produziert. Sie ist die kleinste Zelle des menschlichen Körpers, 0,042 mm lang. Ihr Kopf (er misst ein Zehntel der Gesamtlänge) enthält die 23 Chromosomen mit den Erbmerkmalen des Mannes, darunter ein X- oder ein Y-Chromosom zur Geschlechtsbestimmung. Der Körper der Spermie ist ein Kraftreservoir für das fortbewegende Schlagen des Schwanzes. Spermien erreichen eine Geschwindigkeit von 2 cm pro Minute.
Spermizide Mittel
Chemische Produkte, die Spermien abtöten oder lähmen und dabei oft allergische Reaktionen hervorrufen können (Vaginalschaum).
Sterilisation
Unfruchtbarmachung durch das Unterbrechen der Ausführungsgänge (Eileiter, Samenleiter) der Geschlechtsdrüsen.
SS
Schutz-Staffel. Paramilitärischer Kampfverband der NSDAP, 1925 zum persönlichen Schutz Hitlers aus der SA gebildet. Zunächst war die SS nur eine ideologisch-polizeiliche Kampftruppe, als Waffen-SS wurde sie auch militärisch tätig. Die SS verstand sich als Elite des Nationalsozialismus, in Verbindung mit der Gestapo (Geheime Staatspolizei) und durch die Verwaltung der Konzentrationslager war sie die terroristische Speerspitze des Regimes.
Stillen
In der körperlichen Reaktion ist das Stillen eng mit dem Koitus verwandt. Auch beim Stillen kann man Kontraktionen des Uterus, die Erektion der Brustwarzen und oft eine Hautrötung beobachten.
Syphilis
Sie wird übertragen von einem Bakterium aus der Gruppe der Spirochäten, das nur durch allerdings auch kleinste Verletzungen der Haut in den Körper eindringen kann. Symptome: Zehn bis 90 Tage nach der Infektion bildet sich ein schmerzloses Knötchen oder ein kleines, hartes Geschwür an der Stelle, an der die Bakterien in den Körper gelangten. Durchschnittlich neun Wochen nach der Infektion entsteht ein nicht juckender Ausschlag. Nach dessen Verschwinden greift die Krankheit verschiedene Organe im Körper an, sie kann zu Blindheit, Lähmungen, Gehirnschädigungen, Tod führen. Die Krankheit kann nur vom Arzt durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden. Eine möglichst frühzeitige Behandlung vermeidet ernsthafte Schäden. Im 17. Jh. empfahl man Syphiliskranken, einen Monat lang mit einer jungfräulichen, frisch aus Afrika importierten Schwarzen das Lager zu teilen. Die Therapie hilft tatsächlich. Schwarze, selbst resistent gegen Malaria, übertragen diese Krankheit, die wiederum aus ungeklärten Gründen Syphilis lindert oder gar heilt. (Später wurde aus dieser Erfahrung eine Syphilistherapie mit absichtlich hervorgerufener Malaria entwickelt.) Die schwarze Samariterin freilich bekam Syphilis, ohne damals eine Heilungschance zu haben.
Tampon
Bausch aus Watte, Mull, Gaze o.ä., der zur Blutaufnahme und Blutstillung in Körperhöhlen eingeführt wird.
Telefonsex
Telefongespräch mit Partnern, die sexuelle Reaktionen vorspielen oder sexuell stimulierende Gespräche gegen Bezahlung führen, wobei die sexuelle Befriedigung des Anrufers gewöhnlich durch Masturbation erreicht wird. Psychisch und körperlich risikolos, daher sehr erfolgreich.
Tempelprostitution
Durch Geschlechtsverkehr mit männlichen oder weiblichen Tempelsklaven, die als Eigentum der Götter galten, konnte ein Gläubiger der göttlichen Macht teilhaftig werden. Die Tempelprostitution war stark verbreitet in Syrien, Phönizien und Kleinasien.
Testosteron
Sexuell wichtigstes männliches Keimdrüsenhormon, es bewirkt die Ausbildung des männlichen Genitales. Sexuelle Stimulierung erhöht die Testosteronproduktion, Stress und Depression reduzieren sie.
Transvestitismus
Sexuelle Erregung eines heterosexuellen Mannes durch das Verkleiden als Frau.
Trichomoniasis
Die Erreger (Trichomonaden) kommen bei vielen Menschen im Harnleiter und in der Harnblase vor. Männer bemerken den Befall kaum, bei Frauen sind die Symptome Brennen beim Wasserlassen und ein weißer, schaumiger Ausfluss, ev. auch Rötungen und Schwellungen im Bereich der Scheidenöffnung. Medikamentöse Behandlung problemlos.
Triolismus
Geschlechtlicher Umgang mit zwei oder mehr Partnern gleichzeitig.
Tube
- Eileiter
Tubenligatur
Das Durchtrennen und Abbinden der Eileiter verhindert ein Zusammentreffen von Eizelle und Samen. Da die Eileiter innerhalb der Bauchhöhle liegen, ist die Sterilisation einer Frau aufwendiger als die Vasektomie beim Mann, aber verändert genauso wenig wie diese die sexuelle Empfindsamkeit und Orgasmusfähigkeit.
Tunte
Sich als weiblicher Partner anbietender Homosexueller
Unfruchtbare Tage
Da eine Frau nur schwanger werden kann, wenn sich eine Eizelle in einem der Eileiter befindet, ist der Zeitpunkt der Ovulation (zwei Wochen vor Beginn der nächsten Menstruation) entscheidend. Die Unregelmäßigkeit der Perioden und die Überlebenszeit der Samenzellen von 3-5 Tagen machen  einen Sicherheitsspielraum notwendig, der die unfruchtbaren Tage innerhalb eines Zyklus auf die Hälfte seiner durchschnittlichen Dauer von Beginn einer Menstruation bis zum Beginn der nächsten reduziert.
Unzucht
Eine Handlung, die das als normal angesehene sexuelle Schamgefühl verletzt. Durch die Veränderlichkeit von Norm und Scham handelt es sich um einen äußerst vagen, dennoch juristisch häufig gebrauchten Begriff.
Urolagnie
Sexueller Lustgewinn durch den eigenen Urin oder den Urin eines Partners, einer Partnerin.
Vaginalspülung
a) Auswaschen der Vagina zur Entfernung von Samenzellen, eine äußerst unsichere Methode der Empfängnisverhütung.
b) Parfümierung der Vagina zur Geruchsvertilgung, zerstört das ökologische Gleichgewicht der Mikroorganismen in der Scheide; wie Deodorants ein Mittel der Körperverletzung.
Vasektomie
Das Durchtrennen und Abbinden der Samenleiter verhindert den Transport von Spermien. Erektion, Orgasmus und Ejakulation (der Samenflüssigkeit) bleiben durch diesen einfachen chirurgischen Eingriff unbeeinflusst.
Venushügel
(Mons Veneris) Durch die Behaarung der auffälligste, doch unwesentlichste Teil der weiblichen Geschlechtsorgane: ein schützender, Druck abwehrender Knochen (Schambein), von einem Fettgewebe überzogen.
Völlerei
Übermäßiges Essen
Vorhaut
Penis: Im ruhenden Zustand locker hängende Hautfalte über der Eichel, die bei einer Erektion hervortritt. Ist die Vorhaut zu eng, hilft Übung oder die operative Entfernung der Vorhaut (Beschneidung).
Klitoris: Im ruhenden Zustand ist die Klitoris teilweise von der Vorhaut bedeckt. Anders als der Penis tritt die Klitoris im Erregungszustand nicht hervor, sondern zieht sich, obwohl sich ihr Umfang fast verdoppelt, hinter ihre Vorhaut zurück.
Vorsteherdrüse
(Prostata) Kastaniengroßer Körper unmittelbar unter der Blase. Ihr Sekret bildet den Großteil der Samenflüssigkeit, die bei Nichtgebrauch mit dem Harn ausgeschieden wird.
Bei einer Ejakulation fließt das trübe, milchige Sekret den Spermien voraus. Seine alkalische Reaktion neutralisiert die saure Reaktion der Vagina und schafft damit optimale Existenzbedingungen für die Spermien.
Voyeurismus
Beobachtung sexuell empfundener Personen oder Handlungen
Votze/Fotze
Ordinäre Bezeichnung für die Vagina, Schimpfwort für eine Frau
Vulva
- Gebärmutter
Zagel
Einer von hunderten umgangssprachlichen Bezeichnungen für den Penis
Zeugung
Entstehung von Lebewesen durch elterliche Individuen
Zölibat
Ehelosigkeit des Klerus. Der Zölibat beruht auf der Vorstellung von der Vollkommenheit der Ehelosigkeit gegenüber der durch die Unreinheit alles Geschlechtlichen belastete Ehe. Seit dem 4. Jh. gepredigt, konnte er erst nach 1500 allmählich durchgesetzt werden. Versuche auch in jüngster Zeit, katholischen Priestern die Ehe zu ermöglichen, scheitern immer noch, obwohl der Zölibat als Kirchenrecht jederzeit aufgehoben werden könnte. Neben dem kirchlichen gibt es auch einen weltlichen Zölibat; ihm unterlagen z. B. um die Jahrhundertwende noch alle deutschen Beamtinnen.
Zoophilie
Sexueller Kontakt mit Tieren, früher oft mit dem Tode, heute in vielen Ländern mit Gefängnis bestraft. In den USA reicht das Strafmaß von einem Jahr Gefängnis bis zu lebenslänglicher Zwangsarbeit.
In der griechischen Mythologie erscheint die Zoophilie ganz selbstverständlich, Zeus paart sich als Stier, Schwan und Schlange. Einige Eskimostämme glauben, dass die weiße menschliche Rasse aus dem Geschlechtsverkehr einer Frau mit einem Hund entstanden ist. Bei den Hebräern dagegen wurde jeder Geschlechtsverkehr mit Tieren mit dem Tode bestraft, der Talmud verbietet sogar Witwen, sich einen Hund zu halten. Im Mittelalter begründeten einige christliche Theologen das Verbot sexueller Kontakte zwischen Christen und Juden damit, dass sich "Juden in den Augen des Gesetzes und unseres heiligen Glaubens in keiner Weise von den Tieren unterscheiden".
Während in Kunst/Pornographie sich meist Frauen mit Tieren paaren (z.B. in „Max mon Amour / Max my love“ von Nagisa Oshima aus dem Jahre 1987), sind in Wirklichkeit fast nur Mann-Tier-Verhältnisse üblich.
Zoophilie mit Jungschweinen, deren Vaginalöffnung nach ihrer Defloration der einer Frau entspricht, oder mit jungen Kühen hat im Normalfall keinerlei Beschädigung von Mensch und Tier zur Folge, Geschlechtsverkehr mit kleineren Tieren ist Tierquälerei, mit größeren lebensgefährlich.
© 2001 Karl Pawek pawek@web.de